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Feierlich
Gotthard-Tunnel: Ab jetzt rückt das Tessin näher

Jetzt gilt es ernst für den Gotthard-Basistunnel: Mit dem Fahrplanwechsel wird das Jahrhundertbauwerk in den regulären Fahrplan aufgenommen. Auf dem ersten Zug war auch SBB-Prominenz mit dabei.

Veröffentlicht am 11.12.2016

Der heutige 11. Dezember ist ein besonderer Tag für die Schweiz: Nach 17 Jahren Bauzeit wird der Gotthard-Basistunnel, mit 57 Kilometern der längste Tunnel der Welt, feierlich in den regulären Fahrplan aufgenommen.

Ein Festzug der SBB Cargo war der erste Zug, der fahrplanmässig durch das Jahrhundertbauwerk gefahren ist. Der Güterzug mit integrierten Personenwagen machte sich um 04.54 Uhr in Basel SBB auf den Weg nach Lugano. Knapp eine Stunde später startete in Zürich der erste reguläre Personenzug seine Reise zum neuen Tunnel im Gotthard.

«Wie Weihnachten»

Dem Ereignis der ersten Durchfahrt wohnten Verantwortliche der SBB sowie Gäste und Kunden gleichermassen bei. Pünktlich um 08.17 Uhr traf die historische Erstfahrt in Lugano ein - Premiere geglückt. Dort wird die Inbetriebnahme des Jahrhundertwerks in einem feierlichen Akt mit offiziellen Ansprachen, Apéro und «Basler Läckerli» gefeiert. 

Vom 57 Kilometer langen Hauptdarsteller merkten die meisten Passagiere eigentlich gar nichts. Draussen war es wegen der frühen Uhrzeit noch dunkel - und im Tunnel ohnehin. «Oh, wir sind schon durch», wunderten sich einige. 

Für SBB-Chef Andreas Meyer ist der Tag der Gotthard-Erstfahrt «ein Tag wie Weihnachten». Er freue sich sehr, dass es jetzt endlich losgehe. Meyer stellte sich für die Durchsage auf dieser historischen Erstfahrt gleich selber ans Mikrofon. «Vergessen Sie nicht, es geht jetzt nicht mehr lange ins Tessin», sagte er zu den Passagieren. Für das Frühstück könne man sich jetzt nicht mehr endlos Zeit lassen.

30 Minuten weniger

Auch für SBB-Personenverkehrs-Leiterin Jeannine Pilloud ist der Tag speziell - wegen dem Fahrplanwechsel allerdings auch mit etwas Spannung verbunden. «Es ist wie bei einem Theaterstück. Man probt es oft, aber erst am Tag selber merkt man, ob es klappt», sagte sie.

Mit der Inbetriebnahme fahren nun alle InterCity- (IC), InterCity-Neige- (ICN) und EuroCity-Züge (EC) durch den Gotthard-Basistunnel. Die Fahrzeit wird dadurch um 30 Minuten verkürzt. Zudem wird der EC nach Italien und zurück wieder in den nationalen Takt integriert, wodurch mehr und passendere Anschlüsse entstehen. 

Volksfest am Bahnhof Lugano

Der Gotthard-Basistunnel ist nicht das einzige Bauwerk, das an diesem Sonntag eingeweiht wird: Der Bahnhof Lugano wurde in den letzten zwei Jahren umgebaut, damit das Umsteigen erleichtert und die Verbindungswege Richtung Stadt verbessert werden. 

Zudem sind alle Zugänge auf eine Ebene gebracht und eine neue Haltestelle für die Standseilbahn gebaut worden. Dies wird mit einem Volksfest gefeiert.

Fahrplanwechsel mit früheren Zügen

Die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ist die grösste Veränderung im diesjährigen Fahrplanwechsel. Die übrigen Anpassungen halten sich in Grenzen: Für Bern, Olten SO und Aarau AG gibt es eine neue Frühverbindung an den Zürcher Hauptbahnhof, weil der InterRegio (IR) mit Abfahrt um 4.21 Uhr in Bern neu auch am Zürcher Hauptbahnhof und nicht nur am Flughafen hält. 

Die IR-Züge der Strecke Lausanne-Sion-Brig halten morgens und abends häufiger in Bex VD und Leuk VS und auf der Linie Neuchâtel-Buttes wird der Bahnhof Champ-du-Moulin NE unter der Woche neu im Halbstundentakt bedient.

Neue Uniform

In der Region Luzern entsteht eine halbstündliche Direktverbindung Langenthal-Wolhusen-Luzern: In Wolhusen LU werden die Züge des RegioExpress zwischen Luzern und Bern mit den Zügen zwischen Wolhusen und Langenthal BE vereint respektive geteilt.

Mit dem Fahrplanwechsel übergibt die SBB die Regionalzüge zwischen Brig VS und Domodossola (I) der BLS. Zudem führt sie gleichzeitig eine neue Uniform für das Zugpersonal ein. Die Neubekleidung des Schalterpersonals erfolgt schrittweise ab Ende Februar 2017.

Fahrplanwechsel: Auswechseln der Pläne im HB Zürich:

(sda/jfr)

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