Im Eiltempo muss das griechische Parlament bis Ende kommender Woche ein neues umfassendes Reformpaket verabschieden, um mit einer weiteren Milliardenhilfe der Euro-Partner rechnen zu können. Über die wichtigsten Punkte soll bereits am Dienstag abgestimmt werden. Schon am Mittwoch will die Euro-Gruppe über die Auszahlung der Milliardenhilfe entscheiden.

«Über dem Regierungssitz schwebt die Angst vor dem Mehrheitsverlust», schreibt die griechische Sonntagszeitung «To Proto Thema» mit Blick auf die Regierungsmehrheit von lediglich drei Sitzen.

Zum Teil höchst umstrittene Punkte

Die Reformliste, auf die Athen sich am Freitagabend mit Vertretern der Europäischen Union (EU), der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) verständigt hat, umfasst 13 innenpolitisch zum Teil höchst umstrittene Punkte.

Unter anderem geht es um die Organisation des Privatisierungsfonds, der griechische Staatsfirmen verkaufen soll. Athen hatte sich stets geweigert, die Leitung des Fonds aus der Hand zu geben. Der griechischen Nachrichtenagentur Ana zufolge ist nun vorgesehen, dass zu den Verwaltern des Fonds drei griechische Regierungsvertreter zählen.

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Ganz harte Reformen kommen noch

Die wichtigsten und schwierigsten Reformen stehen dem Land jedoch noch bevor. Über die Streichung aller Agrar-Subventionen beispielsweise soll erst im Januar entschieden werden. Dann aber ist mit landesweitem, massivem Widerstand der Landwirte zu rechnen.

(sda/gku)