Im Streit um die Forderung nach deutschen Reparationszahlungen für NS-Verbrechen hat die griechische Regierung nachgelegt. Die griechischen Behörden verfügten über ein 400'000 Seiten umfassendes Archiv mit Unterlagen der deutschen Wehrmacht, erklärte das Verteidigungsministerium in Athen am Freitag.

Diese Dokumente untermauerten die Forderung nach Reparationszahlungen. «Sie belegen nicht nur eine historische Wahrheit - es sind die Dokumente der Wehrmacht selbst, der Besatzungsmacht», sagte Verteidigungsstaatssekretär Kostas Isichos.

Geheime Dokumente

Die aus US-Archiven stammenden Unterlagen umfassten Tagebücher und Berichte von Offizieren an ihre Vorgesetzten - «hauptsächlich geheime Dokumente», sagte Isichos. Die Akten könnten weitere Aspekte der Besatzungszeit beleuchten, etwa illegale archäologische Ausgrabungen durch Deutsche und Plünderungen. Damit könnten die griechisch-deutschen Beziehungen «gestärkt, nicht vergiftet» werden.

«Deutsche Universitäten, Intellektuelle und das deutsche Volk sind eingeladen, gemeinsam mit uns diese historische Wahrheit zu entdecken und eine offene Wunde zu schliessen», sagte der Staatssekretär.

Reparationsforderungen bekräftigt

Die neue griechische Regierung hatte in den vergangenen Tagen erneut die seit langem bestehende Forderung nach deutschen Reparationen für deutsche Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg aufgebracht.

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Am Mittwoch hatte der griechische Justizminister Nikos Paraskevopoulos in dem Zusammenhang mit der Pfändung deutschen Eigentums in Griechenland gedroht. Deutschland lehnt Reparationszahlungen ab, sie betrachtet die Angelegenheit als rechtlich abschliessend geregelt.

(sda/gku)