Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras und sein Finanzminister Ioannis Stournaras haben sich auf ein rund 11,88 Milliarden Euro schweres Sparprogramm für das von der Pleite bedrohte Land geeinigt. Zudem sollen weitere zwei Milliarden Euro durch neue Steuern in die Staatskassen fliessen.

Die Einigung wurde am späten Dienstagabend nach mehrstündigen Gesprächen erzielt, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Das Sparprogramm muss nun bei einem neuen Treffen mit den Koalitionspartnern, dem Sozialisten Evangelos Venizelos und dem Chef der Demokratischen Linken, Fotis Kouvelis, gebilligt werden. «Wahrscheinlich am Donnerstag», sagte ein Mitarbeiter des Finanzministers.

Auch die sogenannte «Troika» aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zenrralbank (EZB) muss noch zustimmen. Die Kontrolleure werden am Wochenende in Athen erwartet und sollen die Arbeit am Montag wieder aufnehmen.

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Derweil kam es nach der Ankündigung von neuen Sparmassnahmen zu Demonstrationen. 50'000 Menschen haben vor dem Parlament in Athen gegen das Sparprogramm der Regierung protestiert. Am Rande der Demonstration kam es zu Scharmützel zwischen Polizisten und Vermummten.

Rund 200 vermummte Autonome schleuderten mehrere Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, wie das Fernsehen zeigte. Tausende Demonstranten flüchteten in Nebenstrassen. Es war seit Monaten die grösste Kundgebung gegen die Sparmassnahmen und der erste umfassende Ausstand seit Antritt der neuen Regierung im Juni.

Zwei Gewerkschaften hatten am Mittwoch zu einem landesweiten Generalstreik aufgerufen. Flüge wurden gestrichen, Züge fielen aus. Auch der Einzelhandel beteiligte sich. Viele Geschäften blieben geschlossen. Spitäler arbeiteten nur mit Notbesetzung. Zum Streik aufgerufen hatten die beiden grössten Gewerkschaften des Landes, die die Hälfte der rund vier Millionen Arbeitnehmer des Landes repräsentieren.

(muv/vst/sda/awp)