Knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Griechenland zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Nach mehreren Umfragen liegen das Linksbündnis Syriza von Regierungschef Alexis Tsipras und die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) von Evangelos Meimarakis etwa gleichauf.

Eine am Sonntag in der Zeitung «To Vima» veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kapa Research ergab für Syriza 26,5 und für Nea Dimokratia 25,9 Prozent. Etwa jeder dritte Befragte sprach sich für die Bildung einer grossen Koalition aus, 25,9 Prozent forderten zusätzlich die Beteiligung anderer gemässigter Parteien.

«Thriller-Wahlkampf»

In Griechenland sind am 20. September Neuwahlen geplant. Beim Votum am 25. Januar hatte Syriza mit 36,3 Prozent der Stimmen vor den Konservativen mit 27,6 Prozent gelegen.

In einer Umfrage, die in der Zeitung «Ethnos» veröffentlicht wurde, kommen Tsipras' Partei auf 24,4 Prozent und die Konservativen auf 24 Prozent. In einer anderen Erhebung vom Wochenende können beide Parteien mit etwa 27 Prozent der Wählerstimmen rechnen. «Thriller-Wahlkampf», titelte die Zeitung «Kathimerini».

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Starke Rechtsextreme

Auch im Rennen um den dritten Platz ist alles offen: Die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte liegen laut Umfragen zwischen 5,9 und 6,5 Prozent und damit klar über der Drei-Prozent-Hürde.

Die Kommunisten kommen auf 4,8 bis 6 Prozent und die Parteien der politischen Mitte, To Potami und die Sozialisten, jeweils auf 5,1 bis 5,5 und 4,5 bis 5,8 Prozent.

Abgestrafter Koalitionspartner

Die von Syriza abgespaltene Linkspartei Volkseinheit (LAE) liegt laut Umfragen bei vier Prozent. Die Protestpartei Union des Zentrums käme auf einen Wert zwischen 3,6 und 4,5 Prozent.

Zittern muss der bisherige Koalitionspartner der Syriza, die rechtspopulistische Partei der Unabhängigen Griechen (Anel). Sie bekommt derzeit laut Umfragen zwischen 1,5 und 3 Prozent.

(awp/ise)