Griechenland wird Regierungskreisen zufolge noch am Montag eine weitere Kredittranche an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Es würden 580 Millionen Euro an den IWF überwiesen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einem Regierungsvertreter in Athen.

Griechenland hatte dem IWF in diesem Monat bereits in zwei Tranchen insgesamt rund 650 Millionen Euro zurückgezahlt. Am 20. März ist dann die letzte Rate von rund 350 Millionen Euro fällig.

Tsipras zuversichtlich

Derweil gibt sich die griechische Regierung weiter kämpferisch. Nach den Worten von Regierungschef Alexis Tsipras werde es keine Rückkehr zur Sparpolitik geben. «Auf welche Hindernisse wir auch immer stossen werden bei unseren Verhandlungsbemühungen: Wir werden nicht zur Sparpolitik zurückkehren», sagte Tsipras der Tageszeitung «Ethnos» vom Montag.

Er äusserte sich zuversichtlich, mit den anderen Euro-Ländern eine schnelle Einigung erzielen zu können, die die Zahlungsfähigkeit des Landes sichert. «Diese Frage wird auf politischer Ebene bis zum Wochenende gelöst sein, entweder im Vorfeld oder, wenn nötig, auf dem EU-Gipfel selbst», sagte er.

«Unbedeutenden Liquiditätsproblem»

Griechenland steckt angesichts kurzfristig fälliger Kredit-Rückzahlungen und Zinsverpflichtungen in akuten Zahlungsnöten. Finanzminister Yanis Varoufakis hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Günther Jauch» allerdings nur von einem «unbedeutenden Liquiditätsproblem» gesprochen. Zudem versicherte er: «Wir in der griechischen Regierung tun unser Bestes, um sicherzustellen, dass alle Gläubiger ihr Geld zurückbekommen.» Gleichzeitig müssten Rentner, Pensionäre und Staatsbedienstete rechtzeitig bezahlt werden.

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Tsipras unterstrich: «Der Schlüssel zu einem ehrlichen Kompromiss (mit den Gläubigern der EU und des IWF) ist die Anerkennung der Tatsache, dass die bisherige Politik eines extremen Sparens gescheitert ist, nicht nur in Griechenland, sondern in ganz EuropaGriechenlands Staatsschulden liegen bei rund 320 Milliarden Euro. Von seinen Gläubigern fordert das Land eine Umschuldung, um kurzfristig mehr finanzielle Spielräume zu haben. Aktuell finanziert sich das Land im Wesentlichen über ganz kurzfristige Kredite (T-Bills), doch hat die Europäische Zentralbank die Obergrenze dafür bislang nicht in dem von der Regierung erhofften Maße erhöht.

Griechenland wurde zwar jüngst von den Euro-Partnern eine Verlängerung des laufenden Hilfsprogramms um vier Monate bis Ende Juni gewährt. Ehe das Land seine Reformzusagen aber nicht eingelöst hat, fliesst aus diesem Programm kein neues Hilfsgeld.

(reuters/dbe)