Ohne die Einigung im Schuldenstreit mit den Euro-Partnern wäre das Bankensystem Griechenlands nach den Worten des irischen Finanzministers Michael Noonan binnen weniger Tage zusammengebrochen. «Die grösste Bedrohung für Griechenland war, dass sein Bankensystem am kommenden Mittwoch den Bach runtergegangen wäre», sagte Noonan dem Fernsehsender RTE am Samstag.

Zunächst sei es in den Verhandlungen zwischen der Eurogruppe und dem Krisenland am Freitag vor allem darum gegangen, zu verhindern, dass Griechenland in der neuen Woche finanziell zusammenbreche. Wenn man das Land für vier Monate finanziell in Sicherheit gebracht habe, könnten weitere Diskussionen wie über ein drittes Hilfsprogramm folgen, ergänzte der Politiker.

Irland unterstütze Deutschland

Irland musste wie Griechenland ebenfalls ein Hilfsprogramm der Euro-Partner in Anspruch nehmen, das aber inzwischen erfolgreich abgeschlossen ist. Noonan hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in seiner Haltung unterstützt, von der Athener Regierung die Erfüllung vereinbarter Reformzusagen einzufordern.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seinen Landsleuten die Einigung als Teilsieg verkauft. Er sprach am Samstag von einem entscheidenden Schritt weg von der Spar- und Rettungspolitik, die mit der internationalen Gläubiger-Troika vereinbart worden war. «Wir haben eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg», sagte Tsipras in einer Fernsehansprache.

(reuters/ise)