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Gripen-Flugshow auf der Lenzerheide abgesagt

Skiweltcup: Nur noch F/A-18 am Himmel.   Keystone

Bundesrat Ueli Maurer holt den Gripen vom Himmel. An der Flugshow beim Skiweltcupfinale sind über der Lenzerheide nur die Schweizer FA-18 zu sehen.

Veröffentlicht am 08.03.2014

Doch keine Gripen-Show am Ski-Weltcupfinale auf der Lenzerheide: Bundesrat Ueli Maurer hat die Flugvorführung im letzten Moment abgesagt. Er will damit jegliche Einmischung in den Abstimmungskampf verhindern.

Am kommenden Wochenende hätten zwei Gripen-Kampfjets im Rahmenprogramm des Ski-Weltcupfinales auf der Lenzerheide fliegen und das Publikum unterhalten sollen. Das Verteidigungsdepartement (VBS) hatte die Show im Dezember bewilligt.

Am Freitagabend vollzog Ueli Maurer die Kehrtwende: «Um jeden Verdacht zu entkräften, die Abstimmung vom 18. Mai beeinflussen zu wollen, hat das VBS entschieden, dass keine Gripen-Kampfflugzeuge fliegen werden», liess er ausrichten. VBS-Sprecher Renato Kalbermatten bestätigte am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda entsprechende Medienberichte.

Noch Ende Januar hatte Maurer die Flugshow als unproblematisch eingestuft. Weil schwedische Piloten ohnehin in der Schweiz trainierten, handle es sich nicht um eine reine PR-Aktion. Die Flugshow fällt indes nicht aus: PC-7-Trainingsflugzeuge werden über der Lenzerheide in die Luft steigen.

Zweite abgesagte Gripen-Show

Bereits Mitte Januar war eine geplante Gripen-Flugshow anlässlich des Lauberhornrennens im Berner Oberland abgesagt worden. Damals wurde offenbar darauf verzichtet, weil die Schweizer Luftwaffe dagegen gewesen sei. Der abgesagte Auftritt sollte am Ski-Weltcupfinal auf der Lenzerheide nachgeholt werden.

Gegner der Beschaffung der 22 Gripen für 3,126 Milliarden Franken hatten dem Bundesrat und dem schwedischen Rüstungshersteller Saab vorgeworfen, sich zwei Monate vor dem Urnengang ungebührlich in den Abstimmungskampf einzumischen.

Unstimmigkeiten im Abstimmungskampf

Zitiert wurde aus Dokumenten des schwedischen Botschafters in der Schweiz, der unter anderem schrieb: «Ueli Maurer wünscht ab jetzt bis zum Abstimmungstermin von Schweden so viel Unterstützung wie möglich.» Maurer habe den Schweden aber «sehr klar» gemacht, dass sie «im Abstimmungskampf selbst nicht willkommen» seien.

Gemäss VBS handelte es sich dabei um ein informelles Gespräch. «Man hat sich überlegt, wann Schweden in der Schweiz ohnehin präsent ist und ob man das für eine Gripen-Präsentation nutzen kann.» Für Aussenminister Carl Bildt ist eine Koordination zwischen Schweden und der Schweiz «in einer solch wichtigen Frage nur normal». Die schwedische Regierung sei aber «nicht Teil des Abstimmungskampfs».

(sda/tke)

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