Fünf Jahre nach der Rettung von Lloyds leitet der Staat seinen Ausstieg bei der britischen Grossbank ein. Geplant ist zunächst der Verkauf von Aktien im Wert von 3,3 Milliarden Britische Pfund, wie die staatliche Gesellschaft U.K. Financial Investments in London mitteilte. Es ist der erste Mal, dass der Staat Anteile an der Bank auf den Markt wirft, seit er sie nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 vor dem Zusammenbruch gerettet hatte.

Zum Verkauf stehen 4,28 Milliarden Aktien. Ihr Kurs war seit Jahresbeginn um 61 Prozent auf zuletzt 77,4 Pence gestiegen. Damit dürfte der Staat einen kräftigen Gewinn einstreichen. Die Schwelle, an der der Steuerzahler ohne Schaden aus der Rettung herauskommen würde, liegt der Regierung zufolge bei 61 Pence. Der britische Staat hatte dem Unternehmen in der Finanzkrise mit 20 Milliarden Pfund unter die Arme gegriffen.

Staatsanteil sinkt auf 32,7 Prozent

Kreisen zufolge werden die Titel den Investoren für 75 bis 76 Pence angeboten. Alle angebotenen Aktien seien auf Nachfrage gestossen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Bei einem Verkauf der gut vier Milliarden Papiere würde der Staatsanteil an Lloyds von 38,7 auf 32,7 Prozent sinken. Lloyds ist nicht die einzige Bank, der Grossbritannien in der Finanzkrise beispringen musste. An der Royal Bank of Scotland (RBS) ist das Land noch mit 81 Prozent beteiligt.

Lloyds fährt inzwischen wieder kräftige Gewinne ein. In der ersten Jahreshälfte hatte das Institut unter dem Strich knapp 1,6 Milliarden Pfund verdient nach einem Verlust von 662 Millionen Pfund ein Jahr zuvor. Vorstandschef Antonio Horta-Osorio hatte den Investoren daraufhin wieder Hoffnung auf eine Dividende gemacht.

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(awp/vst/tke)