1. Home
  2. Politik
  3. Grossbritannien kündigt altes Fischereiabkommen

Fischfang
Grossbritannien kündigt altes Fischereiabkommen

Fische auf dem Markt in Schottland: Grossbritannien schottet sich ab. Keystone

London tritt aus der Fischerei-Konvention von 1964 aus. Die Vereinbarung wäre auch nach dem Brexit noch gültig geblieben. Irland ist empört.

Veröffentlicht am 02.07.2017

In Vorbereitung des Brexit will die britische Regierung ein 50 Jahre altes Abkommen aufkündigen, das einigen europäischen Staaten den Fischfang in der Nähe der britischen Küsten erlaubt.

London werde noch am Montag seinen Austritt aus der Fischerei-Konvention von 1964 verkünden, teilte Umweltminister Michael Gove, ein vehementer Befürworter des Brexit, am Sonntag mit. Bis zum endgültigen Aus dauert es dann noch zwei Jahre.

Eigentlich nicht vom Brexit betroffen

Die noch vor Grossbritanniens EU-Eintritt im Jahr 1973 geschlossene Vereinbarung ermöglicht es den Unterzeichnerstaaten, zwischen sechs und zwölf Kilometer vor den jeweiligen Küsten auf Fischfang zu gehen.

Betroffen sind neben Grossbritannien Deutschland, Frankreich, Belgien, Irland und die Niederlande. Die Vereinbarung gilt neben dem EU-Fischereiabkommen, das die Grenze ab zwölf Kilometern zieht - und wäre auch nach dem Brexit in Kraft geblieben.

«Unwillkommen und wenig hilfreich»

Der Austritt aus der Konvention sei ein «historischer Schritt» beim Aufbau einer neuen nationalen Fischerei-Politik, erklärte Gove. «Das erste Mal in 50 Jahren werden wir in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wer Zugang zu unseren Gewässern hat.»

Laut der amtlichen Statistik haben britische Trawler im Jahr 2015 insgesamt 708'000 Tonnen Fische gefangen. Im selben Zeitraum gingen den anderen Mitgliedern der Londoner Konvention 10'000 Tonnen Fisch vor der britischen Küste ins Netz.

Irland als eines der betroffenen Länder bezeichnete den Schritt als «unwillkommen und wenig hilfreich». Die Zukunft der Konvention müsse Teil der Brexit-Verhandlungen mit Brüssel sein, forderte der irische Landwirtschaftsminister Michael Creed.

(sda/gku)

Anzeige