Ein islamistischer Anschlag auf eine Polizeiwache hat im serbisch dominierten Teil Bosniens Sorge vor einer Welle extremistischer Gewalt ausgelöst. Mit dem Ruf «Allahu Akbar» war ein junger Mann am Montagabend in eine Wache in der Stadt Zvornik gestürmt, hatte einen Beamten getötet, zwei weitere verletzt und war dann beim Schusswechsel selbst getötet worden. Am Dienstag wurde ein mutmasslicher Gesinnungsgenosse festgenommen.

Der Attentäter wurde als ein 24-jähriger Muslim identifiziert, wie die Behörden mitteilten. Der Innenminister des bosnischen Teilstaats Republika Srpska, Dragan Lukac, sagte, alles deute darauf hin, dass der Angreifer der ultra-konservativen sunnitischen Bewegung der Wahhabiten angehört habe. Es müsse noch geprüft werden, ob es die Tat eines Einzeltäters war oder der Angreifer Komplizen hatte.

Gesinnungsgenosse festgenommen

Am Dienstag wurde ein mutmasslicher Gesinnungsgenosse festgenommen. Der Verdächtige kam nach Lukacs Angaben aus demselben nahe Zvornik gelegenen Dorf wie der Attentäter.

Er sei zuvor im Zusammenhang mit der Ausreise von Dschihadisten nach Syrien und wegen Verbindungen zu den Wahhabiten befragt worden, sagte der Innenminister dem lokalen Radio. Der Fernsehsender TV1 berichtete, der Verdächtige sei selbst in Syrien gewesen und habe engen Kontakt zum Attentäter gehabt.

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Höchste Alarmstufe ausgegeben

Für die Sicherheitskräfte wurde am Dienstag die höchste Alarmstufe ausgegeben, Schulen und Kindergärten sollen in den kommenden Tagen von der Polizei bewacht werden. Spezialeinheiten wurden nach Zvornik geschickt, um mögliche gewaltsame Proteste zu unterbinden.

Die Republika Srpska ist der serbisch dominierte Teil von Bosnien, zudem gibt es einen kroatisch-muslimischen Landesteil. In dem Balkanland sind rund 40 Prozent der 3,8 Millionen Einwohner Muslime. Zwar gab es im Land schon zuvor islamistische Anschläge. Aus dem serbischen Teil war in der jüngeren Vergangenheit indes noch keine derartige Attacke bekannt geworden.

(sda/gku)