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Kapital
Grübel kritisiert schärfere Vorschriften für UBS & Co.

Oswald Grübel, Eveline Widmer-Schlumpf: Unterscheiliche Meinungen. (Bild: Keystone)

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf prüft schärfere Eigenkapitalregeln für die Banken. UBS und CS müssten dann wohl ihr Auslandgeschäft abtrennen. Das prognostiziert Ex-UBS-Chef Oswald Grübel.

Veröffentlicht am 03.11.2013

Eveline Widmer-Schlumpf will die maximale Verschuldungsquote für Schweizer Banken von derzeit maximal 4,5 Prozent erhöhen. Dabei würde die Bundesrätin auch in Kauf nehmen, dass dies das Ende der Geschäftsmodelle der Grossbanken UBS und Credit Suisse bedeuten würde. «Wir müssen ins Gedanken darüber machen, ob wir die Eigenkapitalbasis nicht weiter verstärken müssen. Nach den in der letzten Zeit gemachten Erfahrungen scheint mir das ( die 4,5 Prozent, Anmerkung der Redaktion) tief. Derzeit spricht man von 6 bis 10 Prozent», zitiert die «Schweiz am Sonntag» Widmer-Schlumpf.

«Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Banken ihre Geschäftsfelder selber bestimmen sollen. Aber sie müssen so organisiert sein, dass nicht zuletzt der Staat haften muss», sagte die Bundesrätin. Eine Verschärfung der Eigenmittelvorschriften «würde automatisch dazu führen, dass sich die Banken überlegen müssen, ob sie das Investmentbanking beibehalten oder noch stärker auf die Vermögensverwaltung setzen wollen», so Widmer-Schlumpf.

US-Geschäft bündeln

Laut dem Bericht der Zeitung stehen die im Quartalsbericht der UBS genannten Pläne zur Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft unter dem Titel White Bank im Zusammenhang mit den Eigenkapitalanforderungen. Laut den Angaben der Zeitung plane die Grossbank auch die Zusammenführung sämtlicher US-Aktivitäten unter einem Holdingdach, also das Investmentbanking und die amerikanische Vermögensverwaltung.

Das gefällt Ex-UBS-Chef Oswald Grübel nicht. «Heute hat man das ungute Gefühl, dass wir gerade noch Zeugen vom Anfang einer neuen «dunklen Zeit» werden. Was im Mittelalter die alles erstickende Kirche war, wird in Zukunft eine alles erstickende Staatsbürokratie sein. Wir sind in kürzester Zeit so risikoscheu geworden, dass es keinen Fortschritt mehr geben kann», schreibt Grübel in der «Schweiz am Sonntag». Die letzten Grossbankenergebnisse zeigten, dass man am Ende der Fahnenstange angekommen sei.

Hohe Vorschriften haben Folgen

«Die Kapitalrenditen liegen durchwegs weit unter 10 Prozent. Bankregulatoren und Politik kommen fortlaufend mit neuen zusätzlichen Kapitalforderungen und Milliardenstrafen für ihre Schützlinge, um uns, den Staat, vor ihnen zu schützen», so Grübel. Das habe Folgen. Grübel: «Die Schweizer Grossbanken müssen ihr internationales Geschäft vom Schweizer Geschäft trennen, um die regulatorischen Anforderungen erfüllen zu können.“

(sda/se)

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