Die Förderung von Schiefergas mittels Fracking ist international umstritten. Die Grünen fordern nun ein nationales Förderverbot in der Schweiz. Dies, obwohl noch keine konkreten Pläne zur Schiefergas-Förderung existieren.

Allerdings liefen in mehreren Kantonen entsprechende Abklärungen, sagte die Co-Präsidentin der Grünen, Adèle Thorens, am Montag vor den Medien in Bern. Der Neuenburger Grossrat Fabien Fivaz erinnerte an das Projekt zur Förderung von Erdgas im neuenburgischen Val-de-Travers.

Im Juni war ein Bericht aufgetaucht, wonach das mit dem Projekt betreute britische Unternehmen Celtique Energie trotz anderslautender Beteuerungen das Potenzial zur Förderung von Schiefergas abklären liess.

Die Grüne Partei fordert nun, die Förderung unkonventioneller fossiler Energie auf nationaler Ebene zu verbieten. Denkbar wäre auch ein Moratorium, wie Co-Präsidentin Thorens sagte.

Kein Fracking-Verbot

Unter die unkonventionellen Fördermethoden fällt auch das sogenannte Fracking. Dabei wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und teilweise giftigen Chemikalien in tief liegendes Schiefergestein gepresst. Das Gestein wird so aufgebrochen. Die Technologie erlaubt unter anderem die Förderung von Schiefergas, das zuvor unzugänglich war.

Diese Art der Erdgasgewinnung ist umstritten. Umweltorganisationen weisen etwa auf den grossen Wasserverbrauch sowie auf die Gefahr von Erdbeben und Grundwasserverschmutzungen durch den Chemikalien-Einsatz hin.

Fracking kommt nicht nur bei der Schiefergas-Förderung zum Einsatz; auch bei einigen Geothermie-Projekten wird das Gestein mit Wasser unter Druck gesetzt. Der Nutzung der Erdwärme stehen die Grünen allerdings grundsätzlich positiv gegenüber. Thorens stellte deshalb klar, dass «die Grünen kein generelles Fracking-Verbot wollen».

Die Partei fordert aber einheitliche Regelungen von Tiefenbohrungen und eine klare Koordination zwischen den Kantonen. Damit soll ein «sauberes Fracking» erreicht werden. Eingesetzt werden sollen nur noch Technologien und Stoffe, die für Mensch und Umwelt unbedenklich sind.

(tke/sda)

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