Griechenland kommt bei der Sanierung seiner Staatsfinanzen voran und hat die Bedingungen für weitere Hilfskredite erfüllt. Die Eurogruppe habe zugestimmt, das nächste Kreditpaket von insgesamt 7,5 Milliarden Euro bis Juni auszuzahlen, erklärte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Montag nach der Sitzung der Eurogruppe in Brüssel.

Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hatte dem Land bescheinigt, die geforderten Spar- und Reformziele dafür umgesetzt zu haben. «Griechenland gewinnt klar an Wettbewerbsfähigkeit, baut das Haushaltsdefizit ab, die Leistungsbilanz hat sich verbessert und der Bankensektor stabilisiert», sagte Dijsselbloem.

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Einzelne Bestandteile des jetzt von der Troika überprüften Reformprogramms muss die Regierung in Athen demnächst noch umsetzen. Doch seien die Euro-Finanzminister zuversichtlich, dass diese Schritte noch vollzogen würden, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Das Mittelmeerland musste als erster Euro-Staat mit Krediten der anderen Euro-Länder und des IWF im Umfang von Hunderten Milliarden vor der Pleite gerettet werden. Im vergangenen Jahr stand der Verbleib des Landes in der Euro-Zone auf der Kippe, weil die führenden Parteien die im Gegenzug verlangten Reformen ablehnten.

Inzwischen hat die Regierung in Athen aber ihren Kurs geändert. Insgesamt hat Griechenland seit dem ersten Rettungsprogramm 2010 bislang 200 Milliarden Euro der insgesamt gut 240 Milliarden Euro an zugesagten Hilfen bekommen.

Die Gelder werden in einzelnen Tranchen ausgezahlt. Ein erster Teil der neuen Hilfszahlungen in Höhe von 4,2 Milliarden Euro soll im Mai ausgezahlt werden, die restlichen 3,3 Milliarden Euro im Juni.

Auch Portugal und Zypern erhalten Geld

Die Finanzminister der 17-Euro-Staaten befassten sich in Brüssel neben Griechenland auch mit den kriselnden Eurostaaten Italien, Zypern, Spanien, Portugal und Slowenien. Portugal erhielt grundsätzlich grünes Licht für die Auszahlung von 2,1 Milliarden Euro.

«Das portugiesische Programm ist weitgehend auf der Spur», sagte Rehn am Montagabend nach Beratungen in Brüssel. Erst am Wochenende hatte Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho eine drohende Koalitionskrise abgewendet. Das portugiesische Verfassungsgericht hatte einen Teil der Einsparungen für illegal erklärt, so dass die Regierung nach Alternativen suchen musste.

Der Euro-Rettungsfonds ESM zahlte am Montag zudem zwei Milliarden Euro an Zypern aus. Es handelte sich dabei um die erste Tranche aus dem insgesamt zehn Milliarden Euro schweren Rettungspaket für den beinahe bankrotten Inselstaat.

Die Eurogruppe sei zufrieden, dass die dazu notwendigen Reformzusagen seitens Zypern erfüllt worden seien, sagte Dijsselbloem. Doch der Inselstaat müsse noch mehr tun, damit Vorschriften gegen Geldwäsche nicht nur auf dem Papier stünden, sondern von den Banken auch eingehalten würden.

(rcv/sda)