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Fernsehen
Grundsatzdiskussion über Service public gefordert

Kamera der SRG: Der Branchenprimus wird vom Privatsender angegriffen.   Keystone

Der Chef des TV-Senders 3+ stellt gebührenfinanziertes Fernsehen nicht grundsätzlich in Frage. Er rüttelt aber an der Machtposition der SRG.

Von Pascal Ihle
am 03.09.2014

Der Gründer und Geschäftsführer der Schweizer Privatfernsehsender-Gruppe 3+, Dominik Kaiser, fordert eine politische Debatte über die Rolle der SRG. «Es wäre wichtig, dass exakt definiert wird, was heute unter Service public verstanden wird», sagt Kaiser im Gespräch mit der «Handelszeitung». Das sei eine politische Frage, welche die Politik klären müsse.

Er finde es zwar gut, dass es die SRG gebe. Viele Sendungen wären ohne Gebührengelder nicht möglich, wie die «wirklich gut gemachten Nachrichtensendungen». «Aber im Moment scheint es, dass alles, was die SRG macht, automatisch Service public ist. Dass die SRG mit anderen Worten den Service public selber definiert.»

Ein alternatives Modell für Service public

Kaiser stellt die Frage, ob es Sinn machte, dass die SRG die gleichen Programme zeige, die auch private Sender zeigten. Er denkt an Serien, Spielfilme oder Unterhaltungsformate wie «The Voice».

Deshalb schlägt Kaiser vor: «Gründsätzlich könnte der Bund die Vergabe der Zwangsgebührengelder auch an gewünschte Service-public-Inhalte knüpfen und diese dann ausschreiben.» Alle Sender könnten in diesem System um einzelne Inhalte bewerben. Derjenige Sender, der diese am besten und effizientesten produzieren würde, erhielte die Gelder und den Auftrag, so Kaisers Vorschlag.

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