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E-Commerce
Gütesiegel für Online-Händler sorgt für Unmut

Sackmesser: Bundesrat soll ­Online-Absatz im Ausland mit Label fördern. Keystone

Ein staatliches Qualitätslabel soll das Geschäft von Schweizer Online-Händlern ankurbeln. Die Branche sagt: delete.

Von David Vonplon
am 25.10.2017

Die Branchenorganisation Netcomm Suisse lanciert Mitte November ein neues Gütesiegel für Schweizer Online-Händler. Das Label soll Schweizer Unternehmen das E-Commerce-Geschäft im Ausland erleichtern, indem es garantiert, dass Schweizer Mindeststandards in Sachen Datenschutz und Sicherheit eingehalten werden.

Geplant ist, dass das neue Qualitätslabel künftig den Stempel der Eidgenossenschaft tragen darf. So fordert es CVP-Ständerat Beat Vonlanthen in einem Vorstoss, wie die «Handelszeitung» berichtet.

Ablehnung bei Online-Händlern

Bei Switzerland Global Enterprise findet die Idee Zuspruch: «Wir sind gerne bereit, ein allfälliges Label unter den Exporteuren in der Schweiz bekannt zu machen», heisst es bei der Förderagentur des Bundes.

Bei namhaften E-Commerce-Anbietern jedoch stösst die Idee auf Ablehnung. Es sei fraglich, ob ein solches Siegel im Label-Dschungel schnell als vertrauenswürdig wahrgenommen würde, erklärt etwa ein Sprecher von Digitec Galaxus, dem grössten Schweizer Online-Shop. Man halte ein vom Bund abgesichertes Label für unnötig.

Vertrauensfrage

Auch E-Commerce-Experten bezweifeln, dass staatliche Gütesiegel im digitalen Zeitalter eine Wirkung haben. «Vertrauen bilden nicht Institutionen oder staatliche Einrichtungen, sondern andere Nutzer», erklärt Thomas Lang vom Beratungsbüro Carpathia.

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