Vor mehr als zwei Jahren wurde in der Wohnung von Cornelius Gurlitt ein riesiger Kunstschatz entdeckt. Viele Werke sollen NS-Raubkunst sein. Nun hat sich der 81-Jährige entschieden, solche Werke aus jüdischem Besitz zurückzugeben.

Gurlitt wolle alle Exponate, die aus «jüdischem Besitz gestohlen oder geraubt wurden, an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben», kündigte Rechtsanwalt Christoph Edel in der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag), dem Norddeutschen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk an.

«Sollten Werke unter begründetem Raubkunstverdacht stehen, dann gebt diese bitte an die jüdischen Eigentümer zurück», laute Gurlitts Auftrag an Edel, berichtete sein Sprecher Stephan Holzinger am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Edel betonte jedoch, dass «nur wenige Prozent der Sammlung Cornelius Gurlitt unserer Rechtsauffassung nach unter Raubkunstverdacht stehen».

Als erstes Werk soll nach Angaben der Medien das Porträt «Sitzende Frau» von Henri Matisse übergeben werden. Die Herausgabe solle in Kürze mit den Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg vereinbart werden.

Das von den Nazis geraubte Werk gehörte zeitweise zur Kunstsammlung Hermann Görings und war auf Umwegen in den Besitz der Familie Gurlitt gelangt. Nach Angaben Edels ist in den nächsten Wochen mit der Herausgabe weiterer Exponate zu rechnen.

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(sda/tke)