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Gutachten: Sicherheitsmängel im AKW Beznau

Brennstablager im entmineralisierten Wasser: Die Sicherheitsmassnahmen im AKW Beznau stehen auf dem Prüfstand. (Bild: Keystone)

Im Atomkraftwerk Beznau gibt es wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten aus Deutschland. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr lassen ausländische Behö

Veröffentlicht am 18.10.2012

Das Umweltministerium des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg hat Sicherheitsmängel beim Atomkraftwerk Beznau im Kanton Aargau kritisiert. Das Ministerium stützt sich bei der Kritik auf ein Gutachten. Der grüne Umweltminister Franz Untersteller zeigte sich «alarmiert».

Die beiden Beznauer Reaktoren hätten bei Erdbeben und Überflutung sowie im Brennelemente-Lagerbecken, bei der elektrischen Energieversorgung und der Kühlwasserversorgung «wesentliche sicherheitstechnische Schwachstellen».

Das teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. Das Ministerium hatte ein Sicherheitsgutachten beim deutschen Öko-Institut und beim Physikerbüro Bremen in Auftrag gegeben.

Das Gutachten listet auch zahlreiche Mängel beim französischen AKW Fessenheim im Elsass auf. Es handle sich um eine «sicherheitstechnisch unzureichende Anlage», heisst es. Frankreichs Präsident François Hollande hatte kürzlich angekündigt, das AKW solle bis Ende 2016 stillgelegt werden.

Europäische Standards gefordert

In den meisten relevanten Bereichen liege das AKW Beznau hinter dem Sicherheitsstandard deutscher Anlagen zurück, wird der grüne Umweltminister Untersteller in einer Medienmitteilung zitiert.

Als Konsequenz forderte der Umweltminister sowohl die deutsche Bundesregierung als auch die Europäische Kommission auf, sich verstärkt für europäische Standards bei der Anlagensicherheit einzusetzen. Punktuelle Untersuchungen wie im EU-Stresstest seien nicht ausreichend.

Für die Untersuchung im Auftrag des Umweltministeriums stützten sich die beiden Büros vor allem auf die Unterlagen, die Betreiber und Aufsichtsbehörden im Rahmen des EU-Stresstests erstellt und veröffentlicht haben. Daneben nutzten sie weitere öffentlich zugängliche Informationen.

Mitte Jahr hatte bereits das Umweltministerium von Österreich ein Sicherheitsgutachten zum AKW Mühleberg im Kanton Bern vorgelegt und mehr Informationen verlangt. Nach einer ersten Prüfung des Berichtes mit 22 Empfehlungen kam die Schweizer Atomaufsicht ENSI diese Woche zum Schluss, es gebe keinen Handlungsbedarf.

(aho/tke/sda)


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