Die Vereinigte Bundesversammlung wählt heute Mittwoch den Bundesrat für die neue Legislatur. Das Wichtigste:

Wiedergewählt sind: Doris Leuthard (215 Stimmen), Ueli Maurer (173 Stimmen), Didier Burhalter (217 Stimmen), Simonetta Sommaruga (182 Stimmen), Johann Schneider-Ammann (191 Stimmen), Alain Berset (210 Stimmen).

Guy Parmelin wird im dritten Wahlgang mit 138 Stimmen zum Nachfolger von Eveline Widmer-Schlumpf gewählt. Das Dreierticket der SVP hat funktioniert und wurde von der überwiegenden Mehrheit des Parlaments zähneknirschend akzeptiert.

Das passierte am Wahlmorgen im Bundeshaus:

13:00 Uhr: Nun steht auch Vizepräsidentin Doris Leuthard fest. Sie erhielt 180 Stimmen. Mit diesem Ergebnis beenden wir den Live-Ticker und danken Ihnen für die Aufmerksamkeit. Guy Parmelin hat den zweiten SVP-Sitz nach acht Jahren zurückgeholt, die Konkordanz ist damit wieder hergestellt. Alle bisherigen Bundesräte wurden mit guten Ergebnissen bestätigt. Mit 217 Stimmen ist das Resultat von Didier Burkhalter eines der besten Ergebnisse aller Zeiten. Die Wahl und die nun auszuhandelnde Verteilung der Departemente wird uns in den nächsten Wochen weiter beschäftigen.

12:45 Uhr: Neuer Bundespräsident für das Jahr 2016 wird Johann Schneider-Ammann mit 196 Stimmen. Nun fehlt nur noch die Vizepräsidentin in diesem Wahlmarathon.

12:45 Uhr: Elefantenrunde der Parteipräsidenten: Toni Brunner dankt dem Parlament für die Rückkehr zur Konkordanz. Dass der Sieger aus der Romandie stamme sei für die Partei ein wichtiges Zeichen. Christian Levrat ist von Parmelin «nicht begeistert». Hoffentlich werde sich der neue Bundesrat in seinem Amt entwickeln. Dass sich die Politik der SVP nun ändere glaube er nicht. Eigentlich hätte man einen Kandidaten aus der Mitte gewollt, doch die Bürgerlichen hätten abgewunken. Philipp Müller und Christophe Darbellay zeigen sich zufrieden mit der Wahl.

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12:30 Uhr: Es folgt die Vereidigung des Gesamtbundesrates. Ein emotionaler Moment.

12:20 Uhr: Neuer Bundeskanzler wird Walter Turnherr (CVP) mit 230 Stimmen. Ein absolutes Glanzresultat. Es gab keine Gegenkandidaten.

12:18 Uhr: Thomas Aeschi zeigt sich als guter Verlierer. Er freue sich, dass ein Kandidat des offiziellen Tickets durchgekommen sei. Vor einer Wahl müsse man immer damit rechnen, dass es am Ende nicht reiche.

12:16 Uhr: Zufrieden ist auch Hansjörg Walter. Das Resultat zeige, «das wir als Bauern in die höchsten Gremien wählbar sind».

12:15 Uhr: Was für ein Bundesrat hat das Parlament gewählt? Adrian Vatter erinnert im Schweizer Fernsehen an den welschen Namen der SVP: Union démocratique du centre (UDC). Das Parlament erwarte eine gemässigtere Politik als von einem deutschschweizer SVPler. Allerdings betone Parmelin, dass er nach rechts gerückt sei.

11:59 Uhr: Parmelin tritt ans Rednerpult. Er nimmt die Wahl erwartungsgemäss an. Der neugewählte Bundesrat macht einen sehr gefassten und kontrollierten Eindruck. Guy Parmelin ist der 15. Bundesrat aus dem Kanton Waadt und der 116. Bundesrat seit der Gründung des Bundesstaates 1848.

11:59 Uhr: Resultat: Guy Parmelin 138 Stimmen, Thomas Aeschi 88 Stimmen, Norman Gobbi 11 Stimmen.

11:56 Uhr: Gewählt ist Guy Parmelin mit 138 Stimmen.

— Parl CH (@ParlCH) 9. Dezember 2015

11:50 Uhr: SRF hat die Beiträge gut eingeteilt. Das Fernsehen zeigt nun einen Clip über Guy Parmelin. Der vermeintliche Alibikandidat wird (wohl) in Kürze schon als gewählter Bundesrat feststehen.

11:45 Uhr: Klarer Durchmarsch von Parmelin. Der dritte Wahlgang dürfte der letzte sein.

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11:40 Uhr: Resultat des zweiten Wahlganges: Guy Parmelin holt 117 Stimmen und verpasst das absolute Mehr von 120 Stimmen nur knapp. Aeschi holt 78 Stimmen, Gobbi 30. Für den dritten Wahlgang werden keine neuen Kandidaten mehr zugelassen.

11:33 Uhr: Guy Parmelin hat seine Favoritenrolle eindrücklich bestätigt. Sehr wahrscheinlich gab es Stimmen bis weit ins linke Lager für den Westschweizer Weinbauer.

11:25 Uhr: Parmelin hat erwartungsgemäss stark abgeschnitten. Aeschi und Gobbi sind schon leicht abgeschlagen. Das Dreierticket scheint sich durchzusetzen, weder CVP-Frau Amherd noch Thomas Hurter haben gross abgeräumt.

11:23 Uhr: Resultat des ersten Wahlganges: Stimmen erhalten haben Guy Parmelin 90, Thomas Aeschi 61, Norman Gobbi 50, Thomas Hurter 22, Viola Amherd 16, verschiedene 4. Ein zweiter Wahlgang ist nötig.

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11.18 Uhr: Ein bisschen Trivia: Der «Fanclub» von SVP-Bundesratskandidat Guy Parmelin mit rund 40 Personen ist am Mittwochmorgen im Zug von Lausanne nach Bern gereist. Die Gruppe verfolgt die Wahlen in einem Restaurant in der Bundesstadt am TV.

11:00 Uhr: Harte Kritik an der SVP-Ausschlussklausel kommt von der SP. «Die Bundesversammlung soll den Bundesrat wählen und nicht die SVP». Fraktionschef Roger Nordmann glaubt nicht, dass die SVP mit einem zweiten Bundesrat moderater würde. «Die SVP wird weitermachen wie bisher». Eine Empfehlung gibt die SP nicht ab. Ähnlich tönt es auch bei den Grünen. Für Balthasar Glättli ist «Menschenwürde keine Frage von links oder rechts».

10:55 Uhr: BDP und GLP anerkennen das offizielle Ticket der SVP. Obwohl Norman Gobbi in den Hearings am besten abgeschnitten habe, sei er wegen seiner Lega-Vergangenheit nur für einen Teil der GLP-Fraktion wählbar, so Tiana Angelina Moser.

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10:45 Uhr: FDP-Fraktionschef Ignazio Cassis fordert die Rückkehr zur Konkordanz im Sinne der SVP. Gleich tönt es auch von der CVP. Laut Filippo Lombardi hat die SVP «wählbare Kandidaten» präsentiert.

10:36 Uhr: SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz spricht zuerst. Dabei verspricht er sich und bezeichnet die SVP als SP, was für Gelächter im Saal sorgt. Inhaltlich betont Amstutz nochmals die Bedeutung der Konkordanz. Schliesslich habe man heute die SP-Kandidaten unterstützt, obwohl die Partei «den Kapitalismus abschaffen will».

— Marco Nierlich (@marconierlich) 9. Dezember 2015

10:34 Uhr: Nun geht es endlich richtig los!

10:32 Uhr: Alain Berset erhält 210 Stimmen. Exzellentes Resultat auch für den Innenminister.

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10:28 Uhr: Noch wird nicht geplänkelt, die Gesamterneuerungswahl ist bisher voller Glanzresultate. Die ganze Spannung konzentriert sich damit auf den siebten Wahlgang.

10:16 Uhr: Bevor es richtig los geht, kommt noch Alain Berset an die Reihe. Auch er muss nicht zittern.

10:15 Uhr: Johann Schneider-Ammann kommt auf 191 Stimmen. Ein gutes Resultat auch für den Wirtschaftsminister.

10:07 Uhr: Nun ist Johann Schneider-Ammann dran. Der designierte Bundespräsident für 2016 ist völlig unbestritten. Und dies, obwohl er im Volk als «unbeliebtester Bundesrat» gilt.

09:57 Uhr: Auch Simonetta Sommaruga holt mit 182 Stimmen ein gutes Resultat. Neben Leerstimmen wird Daniel Jositsch elfmal aufgeschrieben – Retourkutsche für Hurter?

09:45 Uhr: Belastete Beziehung: Ueli Maurer lehnt ein Interview mit SRF brüsk ab. «Kei Luscht», so der gut wiedergewählte Magistrat.

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09:40 Uhr: Nun ist Simonetta Sommaruga an der Reihe. Bei der Justizministerin darf man gespannt sein, ob sie auch von ihren zahlreichen politischen Gegnern Stimmen erhält.

09:38 Uhr: Didier Burkhalter holt 217 Stimmen. Das ist eines der besten Ergebnisse, das je von einem Bundesrat erreicht wurde. Der Aussenminister punktet offenbar links wie rechts, wobei die SVP wohl vor allem ihren eigenen Anspruch auf eine Rückkehr zur Konkordanz nochmals unterstreichen will.

09:30 Uhr: An der Reihe ist nun Didier Burkhalter. Der Aussenminister gilt als guter Repräsentant der Schweiz im Ausland. Weniger gross scheint seine Hausmacht in der Schweiz.

09:20 Uhr: Ueli Maurer macht 173 Stimmen. Der Armeeminister hat sich damit gegenüber der letzten Wahl um 24 Stimmen gesteigert. Interessant sind die 32 Enthaltungen und die zehn Stimmen für Thomas Hurter, der im Vorfeld immer wieder als Sprengkandidat gehandelt worden war. Ist das ein Zeichen für den siebten Wahlgang?

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— Thomas Ley (@thomas_ley) 9. Dezember 2015

09:17 Uhr: Adrian Vatter: «Bei zwei SVP- und zwei FDP-Bundesräten wird vor allem die Wirtschaftspolitik klar bürgerlich geprägt».

09:10 Uhr: Als nächstes stellt sich Ueli Maurer dem Parlament. SVP-Chef Toni Brunner gibt seinem Bundesrat auf SRF wenig überraschend eine glatte 6. Trotz Kritik und viel Druck von allen Seiten habe sich Maurer «immer an die Konkordanz gehalten».

09:05 Uhr: Politologe Adrian Vatter lobt die Arbeit von Doris Leuthard im Parlament. Das starke Resultat lasse sich auf die gute Kommunikation der Bundesrätin zurückführen – und auf das Bekenntnis der SVP zur Konkordanz.

09:00 Uhr: Doris Leuthard bekommt 215 Stimmen. Das ist ein absolutes Glanzresultat, auch wenn Leuthard vor vier Jahren gar 216 Stimmen erhalten hatte. Die CVP-Frau hat also trotz einiger Niederlagen in Abstimmungen kaum an Rückhalt im Parlament eingebüsst.

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08:53 Uhr: Bis ausgezählt ist noch ein bisschen Hintergrund: Die SVP will alle bisherigen Bundesräte wiederwählen. Sie stehe zur «bewährten Konkordanz», teilte die Partei kurz vor der Bundesratswahl am Mittwoch mit. Konkordanz heisse für die SVP, dass die drei wählerstärksten Parteien mit zwei Bundesräten in der Landesregierung vertreten sind und die viertstärkste mit einem Bundesrat. Zudem unterstützt die SVP-Fraktion einstimmig die Wahl von Walter Turnherr (CVP) als Bundeskanzler.

08:44 Uhr: Als erstes muss sich die amtsälteste Bundesrätin Doris Leuthard der Bestätigungswahl stellen. Die Umweltministerin ist unbestritten und wird von allen Fraktionen unterstützt. Trotzdem ist die Wahl, wie auch bei den folgenden fünf amtierenden Bundesräten, ein wichtiger Beliebtheitstest.

08:38 Uhr: Nun wird es ernst. Christa Markwalder erklärt nochmals das Prozedere der Wahl. Anwesend sind nach Angaben von SRF 245 Parlamentarier. Das absolute Mehr beträgt damit voraussichtlich 123 Stimmen.

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08:35 Uhr: Auch Bundeskanzlerin Corina Casanova von der CVP wird nach acht Jahren im Amt verabschiedet. Ihre Nachfolge wird ganz zum Schluss des Morgens bestimmt.

08:23 Uhr: Nun spricht auch Eveline Widmer-Schlumpf. Die Bundesrätin hebt nochmals die grosse Bedeutung von Kompromissen für die Schweizer Politik hervor. Und wird mit warmem Applaus verabschiedet, auch die SVP-Leute klatschen.

08:05 Uhr: Der Nationalrat hat den Wahltag eröffnet. Auf dem Programm steht zunächst die Verabschiedung von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Die neue Nationalratspräsidentin Christa Markwalder dankt der Finanzministerin nochmals für ihren Einsatz und hebt besonders den starken Willen und die Konsequenz der abtretenden Bundesrätin hervor.

Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer twittert live:

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— Leutenegger Oberholz (@SusanneSlo) 9. Dezember 2015

07:35 Uhr: Einige Worte zur Ausgangslage und zum Ablauf:

  • Die sechs bisherigen Bundesräte treten in der Reihenfolge ihres Amtsalters zur Bestätigungswahl an, es werden keine Überraschungen erwartet, alle Bisherigen sollten wiedergewählt werden. Zum Schluss wird der frei werdende Sitz vergeben.
  • Nach den Sitzungen am Dienstag verkündeten die Fraktionschefs von CVP, FDP, BDP und GLP unisono mehr oder weniger deutlich, man habe beschlossen, sich an die Wahlvorschläge der SVP zu halten und keinen Sprengkandidaten zu wählen. 
  • Die SP will am frühen Mittwochmorgen entscheiden, wen sie wählt. Sie lässt sich sämtliche Optionen offen. Der ehemalige Lega-Mann Gobbi ist für die Genossen aber unwählbar. 
  • Die Grünen wollen keinen SVP-Kandidaten wählen.
  • Als Favorit wird im Vorfeld Guy Parmelin gehandelt. Der Nationalrat aus dem Kanton Waadt gilt als linientreu aber umgänglich.

07:30 Uhr: Herzlich willkommen zum Ticker zur Bundesratswahl auf handelszeitung.ch. Für Sie vor dem Fernseher und im Internet unterwegs ist Gabriel Knupfer. Ich freue mich, wenn Sie mitdiskutieren wollen, über die Kommentarspalte oder auf Twitter @Handelszeitung. Die «Nacht der langen Messer» ist vorbei, der Wahlmorgen ist endlich da. Der Ausdruck stammt übrigens aus den 80er-Jahren und geht zurück auf die Wahl des SP-Politikers Otto Stich 1983. Stich war kein offizieller Kandidat der Sozialdemokraten, seine Wahl bzw. die Nichtwahl der offiziellen Kandidatin löste in der Sozialdemokratischen Partei damals eine Diskussion über den Rückzug aus dem Bundesrat aus und führte zu einer Zerreissprobe.

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