Geheimdienste der USA und Grossbritanniens haben der Internetseite Intercept zufolge die Verschlüsselungscodes des Sim-Karten-Herstellers Gemalto gestohlen, mit denen die Vertraulichkeit von Handy-Gesprächen geschützt wird.

Dies habe es dem US-Dienst NSA und seinem britischen Gegenpart GCHQ ermöglicht, einen Grossteil der Gespräche und des Datenaustauschs rund um den Globus und ohne Erlaubnis von Behörden und Telekom-Firmen zu verfolgen, berichtete Intercept. Dabei beruft sich die Internetseite auf Dokumente des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

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Gemalto kündigt Untersuchungen an

Gemalto stellt digitale Sicherheitstechnik und Sim-Karten für Handys, Bankkarten und biometrische Pässe her. Das französisch-niederländische Unternehmens zählt 450 Kunden, die weltweit Mobilfunknetze betreiben. Dazu gehören auch die US-Anbieter Verizon und AT&T.

Eine Gemalto-Sprecherin kündigte eine gründliche Untersuchung an. Man nehme den Bericht sehr ernst. Eine GCHQ-Sprecherin sagte, der Dienst äussere sich nicht zu Geheimdienstangelegenheiten. Die NSA war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

(reuters/tno/ama)