Nach dem Zusammenbruch der Feuerpause im Gaza-Konflikt hat die radikal-islamische Hamas den internationalen Flughafen von Tel Aviv ins Visier genommen. Als Antwort auf israelische Angriffe sei Ben-Gurion für Mittwoch als Ziel ausgewählt worden, erklärte ein Hamas-Kommandeur.

Internationale Fluggesellschaften sollten den Flughafen meiden. Den israelischen Behörden zufolge ging der Betrieb dort zunächst ohne Störung weiter. Während am späten Abend und in der Nacht zahlreiche Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel niedergingen, flog die Luftwaffe nach Angaben des Militärs etwa 30 Angriffe auf Ziele in dem Palästinenser-Gebiet.

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Schuldzuweisung nach Gesprächsabbruch in Ägypten

Israelische Medien berichteten unter Berufung auf Hamas-Vertreter, einer dieser Angriffe habe offenbar dem Hamas-Militärchef Mohammed Deif gegolten. Dieser soll einer der Hintermänner der jüngsten Raketenangriffe sein und wird von Israel seit Jahren als Drahtzieher von Selbstmordanschlägen gesucht. Ob Deif den Angriff überlebte, war unklar.

Nach palästinensischen Angaben wurden bei der Zerstörung eines Hauses in Gaza drei Menschen getötet. Den Medienberichten zufolge waren darunter eine Frau und ein zweijähriges Mädchen, bei denen es sich um Deifs Ehefrau und Tochter gehandelt haben könne. Palästinensische Ärzte machten keine Angaben zur dritten Person. Das israelische Militär ging nicht auf Einzelheiten der Luftangriffe ein.

Am Dienstagabend hatten sich beide Seiten jeweils die Schuld für den Abbruch der Gespräche unter ägyptischer Vermittlung gegeben. Damit ging eine zehntägige Periode relativer Ruhe zu Ende. Der Konflikt war Anfang Juli aufgeflammt. Insgesamt sollen seitdem mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen sein, die allermeisten von ihnen Palästinenser.

(reuters/moh/vst)