Seit Kurzem wird in der Schweiz gegen Viktor Janukowitsch und seine Entourage ermittelt. Dies bestätigte nun die Bundesanwaltschaft. Es geht dabei um den Verdacht der Geldwäsche. Auch in Genf laufen bereits Untersuchungen.

Behilflich ist den Schweizer Behörden ein Fund in der Villa des gestürzten ukrainischen Präsidenten. Er hatte den Luxuspalast am 22. Februar fluchtartig verlassen. Zuvor aber säuberte er das Haus. Doch ein abgelegenes Estrichabteil übersah er. Die «Sonntagszeitung» will von dort nun Belege gefunden haben, die eine Geldspur in die Schweiz zeigen. 

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Das Wohlwollen der regierenden Elite sichern

Die Dokumente sollen offenbaren, wie der Janukowitsch-Clan in der Schweiz seiner Gier nach Luxus frönte, etwa in Gstaad erlesene Uhren einkaufte und über ein Konto der Credit Suisse eine zwei Millionen teure Jacht bezahlte. Exklusive Geschenke für den Potentaten gehörten zum Korruptionssystem von Janukowitsch. «Luxusgüter eignen sich hervorragend, um sich in der Ukraine als bedeutender Unternehmer das Wohlwollen der regierenden Elite zu sichern», sagt Geldwäschereispezialist Daniel Thelesklaf. Er ist Leiter der Liechtensteiner Geldwäschereimeldestelle (FIU) und Kenner der Ukraine.

Liechtenstein hat wie die Schweiz Konten von 20 Ukrainern im Umfeld von Janukowitsch vorsorglich gesperrt. Mit den Dokumenten zur Jacht und den Uhren will die Genfer Staatsanwaltschaft nun Konten mit Korruptionsgeldern finden. Sie hat bereits am 27. Februar in den Geschäftsräumen der DTEK Trading des wichtigsten ukrainischen Oligarchen Rinat Achmetow (47) eine Hausdurchsuchung durchgeführt und Material beschlagnahmt.

(se)