Wegen Verdachts auf passive Korruption, Amtsgeheimnisverletzung und ungetreue Amtsführung ist es am Montag zu einer Hausdurchsuchung beim Genfer Betreibungsamt gekommen. Zwei Mitarbeitende wurden danach befragt.

Die Hausdurchsuchung wurde von der Staatsanwaltschaft angeordnet, wie am Donnerstag deren Mediensprecher Henri Della Casa der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte damit eine Meldung der Internetseite der Zeitung «Le Matin». Die beiden befragten Personen seien beurlaubt worden, bis die Fakten geklärt sind, sagte Roland Godel, Mediensprecher des Genfer Finanzdepartementes, dem das Betreibungsamt unterstellt ist.

Zweifelhafte Praktiken

Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, wäre man sehr betroffen, da viel gearbeitet worden sei, um im Betreibungsamt wieder Ordnung zu schaffen, sagte Godel. Im 2001 hatte es einen Skandal um die Genfer Konkurs- und Betreibungsämter gegeben.

Damals wurden schwere Fehler im Betrieb aufgedeckt und den Beamten mehr als zweifelhafte Praktiken vorgeworfen. Der schlimmste Fall betraf einen Beamten, der insgesamt rund 3,5 Millionen Franken unterschlagen hatte.

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(sda/me/se)