Verwirrung um die Taktik von Nationalrat Heinz Brand. Als die SVP das Dreiergespann Thomas Aeschi, Guy Parmelin und Norman Gobbi als Kandidaten für den Bundesrat aufstellte, war das eine Überraschung. Bis dahin hatte der Graubündner Brand als wahrscheinlichste Wahl gegolten.

Brand fügte sich in den Parteiwillen und verkündete, er werde eine Wahl zum Bundesrat nicht annehmen. Zumal die SVP mit Parteiausschluss droht, sollte ein anderer als einer der drei Auserkorenen ein Votum zum Bundesrat akzeptieren.

Idee des Vierer-Tickets

Ein Interview mit der Sendung «Rundschau» im SRF hat nun für Konfusion gesorgt. Demzufolge sagte der 60-Jährige angesichts der Kritik an dem als Hardliner geltenden Thomas Aeschi, es sei «offenbar nicht ganz der richtige Weg, um die angestrebte Ruhe wieder herbeizuführen». Die Partei wolle schliesslich zurück zum geordneten Zustand im Bundesrat.

Brand brachte dabei die Idee eines Vierertickets ins Spiel: «Mit dem Viererticket würde man insbesondere dem Anliegen und dem Wunsch der anderen Parteien nach einer echten Auswahl Rechnung tragen.» Die SVP-Fraktion habe das Dreierticket beschlossen, sie könne auf ihren Entscheid auch wieder zurückkommen, erklärt Brand.

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Brand dementierte seine Forderung am Nachmittag gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung». Das Interview sei vor einer Woche geführt worden. Er habe das Thema Vierer-Ticket in der Fraktionssitzung der SVP angesprochen, es sei aber nicht aufgegriffen worden. Auf keinen Fall habe er ein «Vierer-Ticket gefordert», so Brand.

(me)