Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zeigt sich zwar besorgt über die Entwicklung in der griechischen Schuldenkrise und bezeichnete am Swiss International Finance Forum in Bern die Lage als «enorm schwierig.» Insgesamt seien die Probleme in der Euro-Zone aber «überblickbar» und weniger schwierig, als es bei solchen Ereignissen noch vor wenigen Jahren der Fall gewesen wäre.

Denn ehemals kriselnde Länder wie Spanien oder Portugal seien heute relativ stabil und die Europäische Zentralbank (EZB) habe eine verstärkte Rolle übernommen, sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) am Montag.

Schwierige Lage

«Das Problem ist überblickbar, aber wird uns stark beschäftigen», sagte Widmer-Schlumpf. «Wir sind in einer schwierigen Lage – das ist klar.» Die Krise stelle nicht nur die Exportwirtschaft vor grosse Herausforderungen, sondern die gesamte Schweizer Wirtschaft,

Wirtschaftlich könne Europa das Problem stemmen, zeigte sich Widmer-Schlumpf zuversichtlich. Psychologisch sei es aber schwierig und es stelle sich die Frage, wie das Eurosystem stabil sein könne. Die Bundesrätin lehnte es ab, den EU-Staaten Ratschläge zu erteilen. Es sei aber schwierig zu verstehen, wie Griechenland ein Referendum innerhalb nur einer Woche durchführen könne. In der Schweiz dauere das länger.

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Klarheit durch Referendum

Das Referendum werde aber etwas Klarheit bringen, wie es weiter gehen solle, sagte Widmer-Schlumpf. Griechenland werde aber so oder so jahrelang daran arbeite müssen, «wieder gut zu machen, was man jetzt nicht hat hinbringen können».

Die Schweiz habe ein Interesse daran, dass auch der Euro stark sei, hielt Widmer-Schlumpf fest. Die Politik stehe in engem Kontakt mit der SNB. Diese sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und werde die richtigen Massnahmen im richtigen Moment entscheiden.

(sda/ise)