Der Grobplan der britischen Premierministerin Theresa May für die Austrittsverhandlungen ihres Landes aus der EU hat heftigen Gegenwind erhalten.

Nach Medienberichten demonstrierten am Sonntag Tausende auf den Strassen Birminghams gegen den Brexit und Sparmassnahmen der Regierung. Politiker wie die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und EU-Ratspräsident Donald Tusk widersprachen May per Nachrichtendienst Twitter.

Austrittsverhandlungen spätestens Ende März

May hatte in ihrer Auftaktrede zum Parteitag der Konservativen in Birmingham angekündigt, sie werde die Austrittsverhandlungen mit der EU spätestens Ende März einleiten.

EU-Ratspräsident Tusk begrüsste die Ankündigung zwar, machte aber ungewöhnlich deutlich, dass auch die EU ihre Interessen verteidigen werde. «Die Erklärung von Premierministerin May bringt willkommene Klarheit über den Start der Brexit-Verhandlungen», twitterte Tusk.

Deutliche Botschaft gegenüber Schottland

«Sobald Artikel 50 ausgelöst ist, wird die EU der 27 tätig werden, um ihre Interessen zu schützen«, ergänzte er. Der Artikel 50 des Vertrags von Lissabon regelt den Austritt eines EU-Landes.

Neuer Streit bahnt sich zudem mit Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon an. May sandte bei ihrer Auftaktrede eine deutliche Botschaft nach Edinburgh. Sie werde «spalterischen Nationalisten niemals erlauben, den Bund der vier Landesteile Grossbritanniens zu untergraben«.

Die Reaktion Sturgeons kam prompt. «Die Premierministerin tut alles, um zu sagen, dass Schottlands Stimme und Interessen nicht zählen. Seltsamer Ansatz für jemanden, der Grossbritannien zusammen halten will«, twitterte Sturgeon.

Nicola Sturgeon (@NicolaSturgeon) 2. Oktober 2016
Donald Tusk (@eucopresident) 2. Oktober 2016

(sda/me/hon)