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Strategie
Hillary Clintons Pläne für die Wirtschaft

 

Die Rede ihres Kontrahenten Donald Trump ist durchgefallen. Wenige Tage später legt nun Demokratin Hillary Clinton ihr Wirtschaftsprogramm vor. Eine Vorschau auf die wichtige Rede.

Veröffentlicht am 11.08.2016

Hillary Clinton hat Rückenwind: Den jüngsten Umfragen zufolge baut die Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten den Vorsprung auf ihren republikanischen Kontrahenten aus. Angesichts der zahlreichen verbalen Aussetzer von Donald Trump kann sie immer öfter auf dessen Unzulänglichkeiten verweisen – was die Demokratin in ihren Reden zunehmend auch tut. Heute jedoch muss sie ihre eigenen Qualitäten hervorheben: In Detroit wird sie ihr Wirtschaftsprogramm vorstellen.

Blieb sie in den vergangenen Monaten recht nebulös und wurde deshalb vielfach kritisiert dafür, scheint nun etwas klarer, wie sich Clinton positionieren will. Der innerparteiliche Clinch mit ihrem Kontrahenten Bernie Sanders hat Clinton stärker nach links gedrängt. Inzwischen setzt sie sich für mehr Rechte der Arbeitnehmer ein. Offenbar soll mit ihr als Präsidentin ein landesweiter Mindestlohn von mindestens 12 Dollar kommen – heute liegt er lediglich bei 7,25 Dollar.

Studium soll günstiger werden

Auch will die Demokratin die Lohnschere zwischen Frauen und Männern schliessen. Clinton wolle sich für arbeitende Familien einsetzen und eine Wirtschaft aufbauen, die für alle funktioniere – nicht nur für die Reichsten, liess ihr Wahlkampfteam verlauten. In den ersten hundert Tagen ihrer Amtszeit will Clinton das grösste Konjunkturprogramm seit dem zweiten Weltkrieg auflegen. Clinton verspricht, Geld in Strassen, Brücken, Tunnel und Flughäfen zu investieren und neue Jobs für die Mittelklasse zu schaffen. Rund 10,4 Millionen neue Arbeitsplätze sollen entstehen, so die Präsidentschaftskandidatin.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die Bildung: Die Studiengebühren in Amerika sind hoch – viele junge Menschen verschulden sich dafür auf Jahre hinaus. Clintons parteiinterner Rivale Sanders hatte allen Amerikanern ein kostenloses Universitätsstudium versprochen. Clinton geht weniger weit: Sie will jenen Studenten ein Gratisstudium ermöglichen, deren Familien weniger als 125'000 Dollar pro Jahr verdienen.

Mehr Regulierung und Sonnenenergie

Um die ausufernden Gesundheitskosten zu senken, will sie mehr Regulierung – die Pharmaindustrie soll besser kontrolliert werden. Im Gegensatz zu Trump will sie auch die Abhängigkeit der Wirtschaft von fossilen Brennstoffen senken. Offenbar favorisiert Clinton Investitionen in neue Energieformen wie Sonne und Wind. Und: Sie will vom Kampf gegen den Klimawandel wirtschaftlich profitieren.

Ebenfalls in Detroit hatte am Montag Trump seine Wirtschaftsrede gehalten – mit mässigem Erfolg. In seiner Rede liess er zu viele Fragen offen: «Alles in allem ist Trumps Wirtschaftsplan ein Desaster», analysierte der libertäre Ökonom Jeffrey Miron bei CNN. Was Trump angeboten habe, sei traurigerweise weder neu noch ein kohärenter Plan, kommentierte die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Hinter Clinton stehen schon heute diverse Wirtschaftsgrössen und Finanzinvestoren: Ende Juni empfahlen 50 ehemalige und heutige Führungskräfte von Konzernen wie Delta Airlines, DuPont und Netflix Clinton offiziell zur Wahl. Die Firmen bilden einen Querschnitt der amerikanischen Wirtschaft – vom Industriegiganten General Motors, bis zu den Internetriesen Facebook und Airbnb

Sehen Sie hier die prominenten Unterstützer von Hillary Clinton aus der Wirtschaft:

 
(moh/me, mit Agenturen)
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