1. Home
  2. Politik
  3. Hisbollah beschuldigt Israel für Explosionen in Damaskus

Detonation
Hisbollah beschuldigt Israel für Explosionen in Damaskus

Kämpfer der Hisbollah: Im Visier der israelischen Armee. Keystone

Am Flughafen Damaskus hat es mehrere schwere Explosionen gegeben. Offenbar wurden Treibstofftanks getroffen. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz macht Israel für den Angriff verantwortlich.

Veröffentlicht am 27.04.2017

Am internationalen Flughafen der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es mehrere schwere Explosionen gegeben. Sie waren am Rande des Flughafens am frühen Donnerstagmorgen zu hören, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und Zeugen berichteten.

Der Fernsehsender Al-Manar der pro-iranischen Hisbollah-Miliz machte Israel für den Angriff verantwortlich. Es seien Treibstofftanks und Lagerhäuser getroffen worden, Todesopfer gebe es nicht.

Kein Kommentar aus Israel

Eine Sprecherin des israelischen Militärs sagte: «Wir können solche Berichte nicht kommentieren.» Israel äussert sich in der Regel nicht zu eigenen Luftangriffen.

Aus syrischen Rebellenkreisen verlautete, es sei ein Munitionslager getroffen worden. Unklar sei, ob die mindestens fünf Angriffe mit Raketen oder Flugzeugen ausgeführt worden seien. Die Detonation sei in weiten Teilen der Stadt zu hören gewesen.

Verbindung in den Iran

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, durch die Explosion seien mehrere Brände entfacht worden. Die Angaben der in Grossbritannien ansässigen oppositionsnahen Beobachtungsstelle sind von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Der Flughafen von Damaskus liegt rund 25 Kilometer südöstlich der syrischen Hauptstadt. Vom abgeschlossenen Militärbereich des Flughafens aus versorgt der Iran Milizen, die im syrischen Bürgerkrieg die Armee unterstützen.

Kampf gegen die Hisbollah

Seit Beginn des Krieges in Syrien vor rund sechs Jahren hat die israelische Luftwaffe bereits mehrfach Ziele im Nachbarland angegriffen. Israel will mit den Angriffen Waffenlieferungen der Hisbollah unterbinden.

Die Miliz befand sich zuletzt 2006 mit Israel im Krieg und kämpft derzeit an der Seite von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Seit dem Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967 befinden sich Israel und Syrien offiziell im Kriegszustand.

(sda/gku/chb)
 

Anzeige