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Endergebnis
Historisch: Die Briten wollen raus aus der EU

Weit über 17 Millionen Briten haben für einen EU-Austritt votiert. Damit gewinnen die Brüssel-Gegner mit einem klaren Vorsprung und stürzen die Märkte weltweit ins Chaos.

Veröffentlicht am 24.06.2016

Die britisch-europäische Scheidung ist beschlossen: 51,9 Prozent der Bevölkerung haben nach Angaben des Senders BBC für den Austritt aus der EU gestimmt, lediglich 48,1 Prozent für den Verbleib. Insgesamt votierten 17'410'742 Wähler für Rausgehen, 16'141'241 für Drinbleiben, meldete der Sender unter Berufung auf das vorläufige Endergebnis.

Die EU steht nach dem britischen «Leave» vor der tiefsten Zäsur ihrer Geschichte. Erstmals verlässt ein Mitglied die Union – und dann noch so ein Schwergewicht, mitten in einer ohnehin schon äusserst schwierigen Zeit.

Märkte im Chaos-Modus

Das Votum sorgt an den Märkten weltweit für ein gewaltiges Kurschaos. Aus Angst vor einer Wirtschaftskrise auf der Insel und einer Abkühlung der weltweiten Konjunktur flohen Anleger in Scharen aus dem britischen Pfund und dem Euro. Beide Währungen brachen so stark ein wie noch nie.

Aktien gingen ebenfalls in den Keller. Investoren griffen stattdessen zu Gold, Schweizer Franken und Staatsanleihen. Der japanische Leitindex Nikkei brach um mehr als 8 Prozent ein und realisierte damit den grössten Tagesverlust seit mehr als fünf Jahren. Die Börse Hongkong gab 4,7 Prozent nach. Dem Swiss Market Index (SMI) droht ein düsterer Tag, der Index startet mit einem Minus von 6,5 Prozent. Bankaktien sind besonders unter Druck, im asiatischen Handel kamen die Papier von HSBC und Standard Chartered zweistellig unter die Räder, im Schweizer Handel sinken die Titel von Credit Suisse gleich zu Beginn um 13 Prozent, jene von der UBS um 12 Prozent. «Bis gestern hatte Europa ein Problem, jetzt ist erst mal Panik», fasst der Europa-Chefvolkswirt der Nordea Bank, Holger Sandte, die Stimmung zusammen. (ise)

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