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Besiegelt
Historischer Friedensschluss in Kolumbien

Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londono (l.): Historischer Frieden. Keystone

Kolumbien und die Farc haben einen historischen Waffenstillstand geschlossen. Die Rebellen wollen künftig auf politischem Weg kämpfen. Anteil an diesem Erfolg hat auch die Schweiz.

Veröffentlicht am 23.06.2016

Die Regierung Kolumbiens und die linke Guerillaorganisation Farc haben am Donnerstag einen dauerhaften Waffenstillstand geschlossen. Das Abkommen wurde in der kubanischen Hauptstadt Havanna im Beisein internationaler Gäste unterzeichnet. Unterhändler beider Seiten unterzeichneten im Beisein von Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londono alias «Timochenko» das Abkommen. Die Rebellen verpflichteten sich nach über 50 Jahren Bürgerkrieg, die Waffen niederzulegen und künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele zu kämpfen.

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und den Streitkräften kamen in dem südamerikanischen Land seit Anfang der 1960er Jahre rund 220'000 Menschen ums Leben.

In der Schweiz aufbewahrt

Das Schlussabkommen zur Beendigung des Konflikts und zum Aufbau eines dauerhaften Friedens in Kolumbien soll in der Schweiz aufbewahrt werden. Darauf hatten sich Kolumbiens Regierung und die Rebellen der Farc vor gut einem Monat geeinigt.

Aus einer gemeinsamen Erklärung der kolumbianischen Regierung und der Farc vom 19. Mai geht hervor, dass das Schlussabkommen unmittelbar nach seiner Unterzeichnung dem Schweizerischen Bundesrat zur Aufbewahrung übergeben werden soll. Mit der Aufbewahrung des Abkommens durch die Schweiz wollen die Parteien seiner Bedeutung als besondere Vereinbarung im Rahmen der Genfer Konventionen Rechnung tragen.

Der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter begrüsste am Donnerstag das Zustandekommen des Friedensabkommens. Es handle sich zweifelsohne um ein historisches Ereignis für Kolumbien. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (Eda) hatte die Verhandlungen zwischen der Regierung Kolumbiens und der Farc mit spezialisierter Expertise unterstützt.

Technische Unterstützung

Seit 2001 leistete die Schweiz gemäss Eda ein umfassendes Engagement zur Förderung des Friedens in Kolumbien und unterstützte den laufenden Friedensprozess in verschiedenen Bereichen.

Kolumbien ist eines der wenigen Länder, in denen die Schweiz mit drei Kooperationsprogrammen tätig ist, mit einem Programm für Frieden und Menschenrechte, mit der Humanitären Hilfe und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Sie stellt technische Expertise für den Verhandlungsprozess zur Verfügung, unterstützt die Vorbereitungen zur Umsetzung des künftigen Friedensabkommens und lindert die Folgen des Konfliktes in den besonders von der Gewalt betroffenen Regionen.

Ausserdem fördert die Schweiz gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen lokale Dialoge, begleitet Versöhnungsprozesse und trägt durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zur Bewältigung von strukturellen Problemen in Kolumbien bei.

(sda/gku)

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