Erstmals seit dem Ende des chinesischen Bürgerkriegs 1949 haben sich die Präsidenten Chinas und Taiwans getroffen. Chinas Staatschef Xi Jinping kam am Samstag in Singapur mit seinem taiwanischen Kollegen Ma Ying Jeou zusammen.

Das Treffen begann mit einem Handschlag. Chinas Präsident Xi sagte dabei, keine Macht könne China und Taiwan voneinander trennen. Das chinesische Volk auf beiden Seiten der Taiwan-Strasse verfüge über die Fähigkeit und die Weisheit, seine Probleme selbst zu lösen.

Abtrünnige Provinz

Ma sagte, die beiderseitigen Beziehungen sollten sich auf Ernsthaftigkeit, Weisheit und Geduld gründen. Differenzen müssten auf friedlichem Wege gelöst werden. Nach einem Gruss an die vielen Medienleute in dem Luxushotel zogen sich die Staatschefs zu ihrem Gespräch zurück. Eine gemeinsame Erklärung oder politische Abkommen wurden von dem Treffen nicht erwartet.

China sieht den Inselstaat Taiwan, der demokratisch regiert wird, als abtrünnige Provinz. Dorthin hatten sich die im Bürgerkrieg unterlegenen Nationalchinesen 1949 vor den siegreichen Kommunisten geflüchtet. Dem Treffen in Singapur wird vor allem symbolische Bedeutung zugemessen.

Annäherung seit Amtsantritt von Ma

1992 fanden Peking und Taipeh einen Konsens. Demzufolge akzeptieren beide Seiten, dass es nur «ein China» gibt, mit freier Interpretation für beide Seiten. Eine formelle Anerkennung der gegenseitigen Legitimität gibt es bis heute nicht.

Allerdings verbesserten sich die angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern seit der Wahl von Ma im Jahr 2008 deutlich. Mehr als 20 Handelsabkommen wurden geschlossen, schliesslich wurde das Gipfeltreffen vereinbart. Das Treffen am Samstag wurde in Taiwan von Protesten gegen eine Annäherung an China begleitet.

(sda/dbe)