Den Staat zu übervorteilen, ist gewissermassen ein guteidgenössischer Volkssport – ob Steuern hinterziehen, die Sozialhilfe betrügen oder Subventionen erschleichen. Wo das Gemeinwohl die Futtertröge öffnet, bedienen sich schamlos ungebetene Gäste.

Die Corona-Krise hat diese geläufige Selbstbedienungsmentalität indes massiv befeuert. Seien es die Covid-19-Kredite, die Härtefallhilfen oder das vereinfachte Kurzarbeitsregime: All diese staatlichen Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Folgen laden Betrügerinnen und Betrüger geradezu ein, sich am Staatsgeld gütlich zu tun.

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Klar: Die Stützungsmassnahmen waren richtig und wichtig. Sie haben unsere Volkswirtschaft vor Schaden bewahrt und sorgen dafür, dass die Pandemie bloss eine konjunkturelle Delle verursachen wird und keine Depression.

So flott der Staat in der Pandemie mit Hilfsgeldern zur Hand war, so schwer tut er sich mit Corona-Betrügern. Bei den notorisch überlasteten Staatsanwaltschaften stapeln sich die Betrugsfälle mit Covid-19-Krediten. Über 3700 Fälle sind in Abklärung. Rund 1000 Strafverfahren laufen.

Noch leichteres Spiel haben jene Firmen, die missbräuchlich Kurzarbeitsentschädigung geltend machen. Denn Kontrolle müssten diese kaum fürchten, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle mahnt. Die zuständigen Inspektoren der Arbeitslosenversicherung würden lieber Homeoffice schieben.