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Höhere Gaspreise: Ukraine lässt Bevölkerung bluten

Menschen in der Ukraine: Die Gaspreise steigen. Keystone

Die Ukraine steht vor dem Bankrott und braucht dringend Geld. Das will sich die Regierung bei der Bevölkerung holen. Ab Mai soll der Preis für Erdgas um 50 Prozent steigen.

Veröffentlicht am 26.03.2014

Die Ukraine will den Erdgaspreis für die Bevölkerung um 50 Prozent erhöhen und damit eine Bedingung des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Hilfskredite erfüllen. Die Erhöhung für ukrainische Haushalte gelte ab dem 1. Mai, zitierten ukrainische Nachrichtenagenturen am Mittwoch den Haushalts- und Planungsdirektor des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Juri Kolbutschin.

Für regionale Energieunternehmen sollen die Preise demnach ab dem 1. Juli um 40 Prozent steigen. Kolbutschin kündigte zusätzliche Preisanstiege in den kommenden Jahren an. «Wir werden ein Dokument mit einem Zeitplan veröffentlichen für weitere Erhöhungen bis 2018», zitierten ihn ukrainische Medien. Allerdings könne es noch einige geringfügige Änderungen geben.

Vom Bankrott bedroht

Die politisch und wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine ist nach Angaben der Übergangsregierung vom Bankrott bedroht und dringend auf internationale Finanzhilfe angewiesen. Die Regierung in Kiew hofft auf ein bis zu 20 Milliarden Dollar schweres Unterstützungsabkommen mit dem IWF, der im Gegenzug unter anderem ein sofortiges Ende der staatlichen Gassubventionen verlangt. Zu den Forderungen gehört auch ein Bürokratieabbau und verschärfter Kampf gegen Korruption.

Vertreter des Fonds verhandelten am Mittwoch mit dem ukrainischen Interims-Regierungschef Arseni Jazenjuk. Kiew hofft darauf, das endgültige Hilfsprogramm nächsten Monat in Washington besiegeln zu können. Grünes Licht vom IWF ist auch nötig, um weitere Finanzhilfen der Europäischen Union freizugeben.

(sda/moh)
 

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