Die Guthaben im obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge (BVG) sollen wegen der guten Lage an den Finanzmärkten ab 2014 höher verzinst werden. Die Eidgenössische Kommission für berufliche Vorsorge empfiehlt, den Mindestzinssatz von 1,5 auf 1,75 zu erhöhen.

Der Entscheid zu Gunsten der Erhöhung fiel mit einer knappen Mehrheit von 9 zu 8 Stimmen, wie die BVG-Kommission mitteilte. Die Empfehlung richtet sich an den Bundesrat, der über den Mindestzinssatz entscheidet. Die Regierung ist nicht an die Empfehlung gebunden, folgt dieser aber in der Regel.

Kommission wollte Anhebung

Die Kommissionsmitglieder hätten Vorschläge für eine Empfehlung zwischen 1,25 und 2,25 Prozent vorgebracht, wie es weiter heisst. Auf eine Verzinsung von 2,25 Prozent pochten die Gewerkschaften. Eine Berechnungsformel, welche die Kommission favorisiert, hätte einen Mindestzinssatz von 1,5 Prozent ergeben. Allerdings entschied sich die Kommissionsmehrheit dennoch für eine Anhebung - wegen der «insgesamt besseren Situation an den Finanzmärkten».

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Die Kommission ruft in Erinnerung, dass für die Festlegung des Mindestzinssatzes die Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen sowie zusätzlich der Aktien, Anleihen und Liegenschaften entscheidend sei.

Bildung von Reserven und Rückstellungen

Jedoch müsse auch berücksichtigt werden, dass ein Teil der Rendite der Vorsorgeeinrichtungen nicht für die Verzinsung, sondern für die Bildung von Reserven, Rückstellungen sowie zur Erfüllung der gesetzlichen Rentenanforderungen benötigt werde.

(sda/muv/se)