Wer im Ausland zur Welt gekommen ist, leidet häufiger unter Armut als die übrige Bevölkerung. Das gilt auch für im Ausland geborenen Schweizer. Von den Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz ist fast jeder zehnte arm.

Als arm gelten Personen, die nicht über die Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. 2012 lebten in der Schweiz im Mittel 7,7 Prozent der Bevölkerung unter dem Existenzminimum.

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Bei ausländischen Staatsangehörigen lag die Armutsquote bei 9,7 Prozent, bei Schweizerinnen und Schweizern bei 7,1 Prozent, wie die aktualisierten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zeigen.

Besonders hoch ist das Armutsrisiko (10,1 Prozent) bei Personen mit einem Geburtsort im Ausland. Das gilt auch für jene schweizerischer Nationalität. 11,7 Prozent von ihnen führten 2012 ein Leben in Armut. Bei den in der Schweiz geborenen Schweizern waren es 7,0 Prozent.

Erwerbs- und Familienarbeit ungleich verteilt

Neue Daten hat das BFS auch zur Verteilung der Familien- und der Erwerbsarbeit veröffentlicht. Demnach investieren bei den Alleinerziehenden mit einem jüngsten Kind im Alter von 0 bis 6 Jahren Mütter mit Migrationshintergrund 24 Stunden pro Woche in die Erwerbsarbeit. Das sind 11 Stunden mehr als ihre Schicksalsgenossinnen ohne Migrationshintergrund.

Demgegenüber widmen sich Mütter ohne Migrationshintergrund wesentlich länger der Haus- und Familienarbeit, nämlich 72 Stunden gegenüber 44 Stunden in der anderen Gruppe. Mütter mit Migrationshintergrund arbeiten zudem mit 24,3 Prozent zweimal häufiger Vollzeit als jene ohne (12,3 Prozent).

Die Rate der Schwangerschaftsabbrüche ist bei den Ausländerinnen nach den Angaben des BFS mit 9,6 Promille doppelt so hoch wie bei den Schweizerinnen.

(sda/vst)