1,25 Milliarden Dollar zahlten die Schweizer Grossbanken UBS und CS 1998 in einem gerichtlichen Vergleich. Sie waren nach einer Sammelklage, die die Herausgabe nachrichtenloser Vermögen verlangte, öffentlich massiv unter Druck geraten.

Zur Verteilung der Vergleichssumme wurde ein Schiedsgericht in Zürich geschaffen, das nun seine Arbeit beendet hat. Wie der «Beobachter» bilanzierend berichtet, gab es im Verlauf des Verfahrens grosse Schwierigkeiten, genügend Empfänger für das Geld ausfindig zu machen. Immer wieder wurden deshalb die Vergabekriterien gelockert oder die jeweiligen Summen erhöht.

Wer Dokumente zu einem Schweizer Konto vorlegenkonnte, erhielt im Durchschnitt 150'000 Dollar. Wer keine Belege hatte, aber eine «plausible Darstellung» präsentierte, bekam bis zu 7250 Dollar. Einige wenige Empfänger erhielten, meist mit Hilfe teurer Juristen, Millionensummen. Auch einige Anwälte kassierten Millionen bei der Verteilung der Holocaust-Gelder.

Der zuständige US-Bundesrichter Edward Korman verteidigt in einem Interview mit dem «Beobachter» das Verfahren und seine lange Dauer. Es seien «unglaublich viele Nachforschungen» nötig gewesen, nachdem die Banken etliche Unterlagen zu nachrichtenlosen Vermögen aus derNazizeit zerstört hätten. Dennoch habe sich das Verfahren gelohnt. «Wir haben bestmögliche Gerechtigkeit hergestellt und die Bedürftigsten der Bedürftigen unterstützt», so Korman.

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Ausführliche Informationen sowie das komplette Interview in der neuen Ausgabe des «Beobachter», ab heute am Kiosk.