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Repression
Hongkonger Studentenführer zu Sozialstunden verurteilt

Joshua Wong: Die China-Kommunisten gehen gegen den Studentenführer vor. Keystone

Peking greift durch: Wegen ihrer Rolle in den pro-demokratischen Demonstrationen vor knapp zwei Jahren sind Hongkonger Studentenführer zu Strafen auf Bewährung und Sozialstunden verurteilt worden.

Veröffentlicht am 15.08.2016

Wegen ihrer Rolle in den pro-demokratischen Demonstrationen vor knapp zwei Jahren sind drei Hongkonger Studentenführer zu Haftstrafen auf Bewährung und Sozialstunden verurteilt worden. Das Gesicht der Bewegung, Joshua Wong, muss 80 Sozialstunden leisten.

Für seinen Kollegen Nathan Law legte ein Hongkonger Gericht ein Strafmass von 120 Stunden im sozialen Dienst fest. Alex Chow erhielt eine dreiwöchige Haftstrafe auf Bewährung. Alle drei waren im Juli wegen «illegaler Versammlungen» schuldig befunden worden.

Regenschirm-Proteste

Die Verurteilung geht auf einen anfänglichen Protestzug zurück, als die Studentenführer am 26. September 2014 über einen Zaun in den Vorhof des Hongkonger Regierungssitzes in Tamar geklettert waren. Später folgten weitere Demonstrationen, die wichtige Teile der asiatischen Wirtschaftsmetropole mehr als zwei Monate lahmlegte.

Die «Regenschirm-Proteste», die weltweit für Schlagzeilen sorgten, waren die grösste Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997.

Die Proteste hatten sich an Pekinger Beschlüssen entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Hongkong wird als eigenes Territorium der Volksrepublik autonom regiert.

(sda/chb/me)

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