Die Leitung des «Human Brain Projects» (HBP) hat am Donnerstag eine offizielle Stellungnahme zur Kritik durch über 500 Forscher abgegeben. Sie wehrt sich gegen Vorwürfe, wonach die These des Milliardenprojekts zu eng formuliert sei und gegen die Kritik an der Führung.

Forscher aus ganz Europa - darunter mehrere aus der Schweiz - hatten am Montag in einem offenen Brief das ambitionierte «Human Brain Project» (HBP) kritisiert. Anlass für den Aufstand ist eine im Juni angekündigte Neustrukturierung des HBP.

Restrukturierung sorgt für Streit

Dabei wurden gewisse Forschungsprojekte der kognitiven Neurowissenschaften aus dem Kern des Projekts ausgeschlossen, da sie nicht zum zentralen Ziel - eine computergestützte Plattform zur Simulation des Gehirns zu erstellen - führen.

«Das HBP ist ein Projekt zur Zusammenführung von Daten über das Gehirn - nicht zu ihrer Erzeugung», hiess es in der Stellungnahme. Das HBP steht unter Führung der ETH Lausanne (EPFL) und will das Gehirn mittels neuartiger Supercomputer bis ins Detail simulieren.

Flagship-Projekt der EU

Es wurde Anfang 2013 von der EU zum Flagship-Projekt erkoren. Die EU sprach eine halbe Milliarde Euro für das HBP. Just um den EU-Vorgaben zu entsprechen, seien nun gewisse Forschungsvorhaben vom Kernprojekt getrennt worden, erklärte die HBP-Leitung.

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In einer späteren Phase des Projekts würden die kognitiven Hirnwissenschaften - sie erkunden, was bei bestimmten Verhaltensweisen im Gehirn geschieht - die wichtigste Disziplin werden. Sie sollen dann mit ihren gewonnenen Daten die integrierte Informatikplattform testen und anwenden.

(sda/gku/vst)