Manche fürchten sich vor einer Rezession. Andere glauben, dass bald der dritte Weltkrieg ausbricht. Am Tag eins nach den Wahlen dominiert in den USA die Unsicherheit. Viele Amerikaner wissen nicht, was sie mit Donald Trump als Präsident erwartet. Grosse Verunsicherung ist spürbar bei den Passanten am Times Square in New York - dem kosmopolitischen Zentrum der US-Millionenstadt.

«Wenn ich mir es leisten könnte, würde ich jetz am liebsten sofort in die Schweiz flüchten», sagt Nick, ein waschechter New Yorker. «Donald Trump ist ein totaler Heuchler.» Die Amerikaner würden noch auf die Welt kommen, was sie da für einen Präsidenten gewählt haben. «Er wird die Versprechen, die er im Wahlkampf gemacht hat, nie und nimmer einhalten.»

Sorgen über den Charakter des Gekürten

Sorgen macht sich auch Ann, eine Lehrerin aus Atlanta. «Wer weiss, was passiert, wenn mit Trump plötzlich das Temperament durchgeht?» Entspannter gibt sich David aus Virginia. «Das wird in Amerika alles nicht so schlimm, wie jetzt alle tun», sagt er. Für Trump habe er gestimmt, weil dieser versprochen habe, die Korruption in Washington D.C. einzudämmen. «Trump war nicht mein Traumkandidat, aber insgesamt das kleinere Übel.»

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Die Ereignisse zu verdauen ist für viele Einwohner im Big Apple nicht einfach. Auch für die Medien stellen sich viele Fragen. Wie wird Trump mit den moderaten Republikanern im Kongress umspringen? Was wird aus der demokratischen Partei? Kommt es dort zur Gegenrevolution des Bernie-Sanders-Flügels? Kippt das oberste Gericht nun wieder auf die konservative Seite? Es gehe nun darum, zur Einheit zurückzufinden, meinte Trump gestern in seiner ersten Ansprache. Bei den Wählern überwiegt am Morgen danach jedoch die Skepsis, ob dies möglich sein wird.