Der Angriff auf einen Club in Istanbul mit Dutzenden Toten wurde nach Angaben des türkischen Vize-Regierungschefs Veysi Kaynak vermutlich von einem Uiguren verübt. Zur Staatsangehörigkeit wollte Kaynak sich nicht äussern.

«Er ist wahrscheinlich ein Uigure», sagte Kaynak am Donnerstag im Sender A Haber über den flüchtigen Tatverdächtigen. «Aber bezüglich seiner Staatsangehörigkeit will ich vorerst nichts sagen.»

Gut trainiert

Kaynak sagte: «Die Identität des Terroristen wurde von unseren Sicherheitskräften festgestellt. Es wurde auch ausgemacht, wo er sich aufhalten könnte. Unsere Sicherheitskräfte fahnden irgendwo in Silivri.» Silivri liegt westlich von Istanbul. Kaynak schloss allerdings auch nicht aus, dass dem Täter die Flucht ins Ausland gelungen sein könnte.

Man gehe davon aus, dass es sich um ein gut trainiertes Mitglied einer Terrorzelle handle, welches das Attentat allein begangen habe. Allerdings gebe es Unterstützer.

Uiguren festgenommen

Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Donnerstag, mehrere Uiguren aus der chinesischen Provinz Xinjiang seien in Istanbul von einer Spezialeinheit der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Zuvor seien Hinweise eingegangen, wonach sich Kontaktleute des Attentäters in der Gegend versteckten.

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hatte bereits am Mittwoch bekannt gegeben, der Täter sei identifiziert. Mehr wollte er aber nicht sagen.

Von China unterdrückt

Die Türkei setzt sich seit langem für die Uiguren ein. Die muslimische Minderheit in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina ist ein Turkvolk und wird von den Chinesen unterdrückt. China wirft der Türkei vor, geflüchteten Uiguren türkische Reisepässe auszustellen.

Bei dem Angriff auf den Club Reina in der Silvesternacht waren 39 Personen getötet worden. Vom Täter, dem nach dem Angriff die Flucht gelang, fehlt weiterhin jede Spur. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag bekannt.

(sda/cfr/mbü)

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