Nach den USA, Grossbritannien und Frankreich haben auch Deutschland und Italien ihre Botschaften im Jemen vorübergehend geschlossen. Das Personal der diplomatischen Vertretung sei am Freitagmorgen ausgereist, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Schweizer Diplomaten haben das Land schon längst verlassen, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage bestätigt.

Die Sicherheitslage in dem Land gilt seit der Machtübernahme der schiitischen Huthi-Rebellen als sehr gefährlich. Deutsche und Schweizer Behörden warnen dringend vor Reisen in den Jemen.

Vom Iran unterstützte Revolution

Die Huthi-Miliz hatte vergangene Woche formell die Macht in der Hauptstadt übernommen, nachdem sie sie September erobert hatte. Die vom Iran unterstützte Gruppe hat eine Revolution ausgerufen, um nach eigenen Angaben das Land von der Korruption zu säubern und die Wirtschaft in Gang zu bringen. Mit dem Spruch «Tod Amerika» hat sich ihr Anführer Abdel Malik al-Huthi auch gegen eine Einmischung des Westens in das verarmte Land gewandt.

In den südlichen und östlichen Teilen des Landes, die bislang nicht von den Huthi erobert wurden, bewaffnen sich inzwischen sunnitische Stammesmitglieder und verbünden sich zum Teil mit der radikalislamischen Al-Kaida. Die Spannungen zwischen den Religionsgruppen haben die Furcht vor dem Ausbruch eines Bürgerkriegs verstärkt.

UNO warnt vor Bürgerkrieg

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Donnerstag gewarnt, der Jemen breche vor den Augen der Welt zusammen und rutsche in einen Bürgerkrieg. Der Jemen zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und ist Sitz der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel, die als schlagkräftigster Ableger der Extremistenorganisation gilt.

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(reuters/ise/lur)