Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verzichtet darauf, dem Bundesrat einen Antrag auf Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers zu stellen. Denn die Währungshüter machen derzeit im Schweizer Immobilienmarkt eine «dämpfende Wirkung» auf die Immobilienpreis- und Hypothekardynamik aus.

Zwar bleibe die Dynamik auf dem inländischen Hypothekar- und Immobilienmarkt für Wohneigentum weiterhin «ausserordentlich» hoch und Anzeichen von Überbewertungen in einigen Regionen und einigen Segmenten des Wohnliegenschaftsmarktes blieben bestehen; doch gab es im zweiten Quartal Hinweise auf eine mögliche Verlangsamung dieser Dynamik, wie die SNB in einer Medienmitteilung schreibt.

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Auch die am 1. Juni angekündigte Verschärfung der Eigenmittelanforderungen für Hypothekarkredite sowie eine Revision der Selbstregulierung im Hypothekarbereich würden die Preisdynamik abbremsen, heisst es weiter.

Warnung vor Tiefzins und Risikoappetit

Doch die SNB warnt: Wegen des weiterhin ausserordentlich tiefen Zinsniveaus und der Anzeichen eines tendenziell hohen Risikoappetits bei der Vergabe von Hypothekarkrediten bleibe die Gefahr eines weiteren Aufbaus der Fehlentwicklungen mit den damit verbundenen Risiken für die Finanzstabilität gross.

Die SNB werde deshalb den Handlungsbedarf für die Aktivierung des antizyklischen Kapitalpuffers regelmässig neu beurteilen. Vor Anfang 2013 sei indes keine öffentliche Neubeurteilung zu erwarten.

(aho/awp/sda)