Indien will mit einer weiteren Öffnung seines Finanzmarktes mehr ausländisches Kapital anlocken. Künftig können Privatinvestoren aus dem Ausland Anleihen indischer Unternehmen für bis zu einer Milliarde Dollar kaufen, wie die Regierung in Neu-Delhi am Dienstag mitteilte.

Ziel ist es, den Kapitalzufluss zu stärken und die Landeswährung Rupie zu stabilisieren, die in den vergangenen drei Monaten zwölf Prozent verloren hat. Der Kapitalzufluss aus dem Ausland durch Einzelinvestoren werde stabiler sein als durch institutionelle Anleger, die schon seit einiger Zeit Firmenbonds für bis zu 20 Milliarden Dollar halten dürfen, sagte ein Vertreter des Finanzministeriums.

Experten kritisieren allerdings, die Deckelung sei zu niedrig angesetzt, um ausreichend Kapital anzuziehen. Indien macht zu schaffen, dass der Abschwung der lange boomenden Wirtschaft und das hohe Haushaltsdefizit Investoren abschrecken. Zudem meiden die Anleger aus Furcht vor einer Verschärfung der Euro-Schuldenkrise derzeit riskantere Investitionen in Schwellenländer.

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In den vergangenen 20 Jahren hat sich die drittgrösste Volkswirtschaft Asiens schrittweise für ausländische Investitionen geöffnet. Erst Anfang des Jahres erlaubte Indien ausländischen Privatinvestoren direkten Zugang zum Aktienmarkt. Indische Staatsanleihen dürfen sie bislang nicht direkt kaufen.

(muv/sda)