Die extrem hohe Popularität des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei seinen Landsleuten hat Umfragen und Medien zufolge wegen der steigenden Verbraucherpreise Kratzer bekommen. Die Zeitung «Wedomosti» berichtete am Freitag unter Berufung auf eine Umfrage der Stiftung für öffentliche Meinung, dass derzeit 72 Prozent der Befragten bei einer Wahl für Putin stimmen würden.

Im Mai waren es demnach noch 76 Prozent. Die Zeitung zitierte Experten, die den Rückgang auf den Unmut vieler Russen über die Inflation zurückführten. Im Sommer waren zahlreiche staatlich regulierte Preise wie etwa für Energie und für Verkehrsmittel angehoben worden.

15,6 Prozent teurer in einem Monat

Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise im Juli um 15,6 Prozent. Dies ist auch eine Folge der Talfahrt des Rubel aufgrund des Ölpreisverfalls und der Sanktionen des Westens wegen der russischen Ukraine-Politik. In der russischen Bevölkerung hatte aber gerade diese Politik - darunter die Annexion der Krim - dem Präsidenten zu enormer Beliebtheit verholfen.

Einer Umfrage des Instituts Lewada zufolge befürworten derzeit 83 Prozent Putins Politik, etwas weniger als bei seinem Rekord im Mai mit einer Zustimmungsrate von 89 Prozent.

(reuters/gku/hon)