Insiderhandel und Marktmanipulation sollen in der Europäischen Union künftig einheitlich mit mindestens vier Jahren Haft bestraft werden. Mit grosser Mehrheit verabschiedete das EU-Parlament am Dienstag in Strassburg eine Richtlinie, die das Recht in diesem Bereich vereinheitlichen und Finanzmarktbetrüger abschrecken soll. Die unerlaubte Weitergabe von Informationen wird demnach mit nicht weniger als zwei Jahren Haft geahndet.

Reaktion auf Skandale

Die Richtlinie ist auch eine Reaktion auf die jüngsten Skandale um die Interbanken-Referenzzinssätze Libor und Euribor. Dabei haben Händler mehrerer Grossbanken Ermittlern zufolge Devisenkurse manipuliert. Mehrere Institute wurden deshalb bereits zu Milliardenstrafen verdonnert. Der EU-Richtlinie müssen noch die EU-Staaten zustimmen.

(reuters/chb)