Kritik von der Internationalen Energieagentur (IEA): «Die Schweiz muss Gas geben.» Die Organisation, die 28 Industrieländer in Energiefragen berät, beurteilt die Energiepolitik der Schweiz kritisch. Die Regulierung sei widersprüchlich. «Der Strommarkt muss weiter liberalisiert werden», sagt die IEA-Chefin Maria van der Hoeven gegenüber der «Handelszeitung».

Die Zeit dränge. «Nur mit einer Marktliberalisierung entstehen die nötigen Anreize, damit auch inAlternativen zur Atomkraft investiert wird.» Regulierte Strompreise hätten in anderen Ländern zu hohen Staatsdefiziten geführt. Van der Hoevennimmt zudem die Kantone in die Pflicht, denen zu grossen Teilen Stromnetz und Energieproduktion gehören. «Diese Besitzstruktur gilt es zu entflechten.»

Wenn die Schweiz an den alten Besitzverhältnissen festhalte, müssten die Kantoneerklären, wie sie nach dem Atomausstieg die Versorgungssicherheit gewährleisten wollen. «Es würde wohl darauf hinauslaufen, dass mehr Strom importiert werde. Oder die Laufzeiten der Kernkraftwerke in der Schweiz werden verlängert.»

Anzeige