Angesichts des Vormarschs der islamistischen Terrorgruppe Isis schliessen die USA eine militärische Reaktion im Irak nicht aus. Das Land brauche zusätzliche Hilfe von den USA und er schliesse bei Überlegungen über eine Reaktion keine Option aus, sagte US-Präsident Barack Obama am Donnerstag im Weissen Haus. Er wolle sicherstellen, dass die Extremisten gestoppt werden könnten.

Obama traf sich mit seinem Team für nationale Sicherheit, um über die Situation zu beraten. Das teilte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Caitlin Hayden, mit. Zuvor hatte es geheissen, die USA wollten sich nicht an Luftangriffen auf die Aufständischen beteiligen. Obama forderte die irakische Führung auf, an einer politischen Lösung zu arbeiten. «Dies sollte ein Weckruf für die irakische Regierung sein», sagte er.

Amerikaner nach Bagdad evakuiert

Die USA ziehen mehrere hundert Amerikaner aus einem irakischen Luftwaffenstützpunkt nördlich von Bagdad vorübergehend ab. Das berichtete der Sender «Fox News» am Donnerstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Sie hatten in dem sunnitischen Gebiet irakische Sicherheitskräfte im Einsatz von Kampfjets und Überwachungsdrohnen trainiert.

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Ein US-Militärsprecher sagte indessen hunderte Angestellte von US-Unternehmen seien nach Bagdad gebracht worden. Demnach ist die US-Regierung nicht an der Aktion beteiligt. «Es sind ihre Leute, es sind ihre Flugzeuge», sagte der Militärvertreter mit Blick auf die Unternehmen.

Botschaft arbeitet weiter

Die US-Aussenamtssprecherin Jennifer Psaki bestätigte, dass Mitarbeiter des US-Programms für ausländische Rüstungsverkäufe (FMS) aus Sicherheitsgründen vorübergehend verlegt worden seien. Die US-Botschaft und die Konsulate arbeiteten jedoch weiter wie bisher, betonte Psaki. Auf dem Militärflughafen Balad waren während der US-Besatzung bis zu 36'000 US-Militärangestellte stationiert, doch wurde der weitläufige Komplex im November 2011 in die Verantwortung der Iraker übergeben.

Der Iran schickte unterdessen nach einem US-Medienbericht Revolutionsgarden in den benachbarten Irak, um die Dschihad-Verbände der Isis zurückzudrängen, die grosse Teile im Norden und Westen des Iraks erobert haben. Mindestens drei Bataillone der Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, wurden zur Unterstützung geschickt, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf iranische Sicherheitskreise.

Es droht die Spaltung des Landes

Unter dem Druck der islamistischen Isis-Kämpfer droht der Irak zu zerbrechen. Die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki bekam im Parlament keine Unterstützung für Notstandsmassnahmen und im Kurdengebiet übernahmen Kurdenkämpfer regional die Kontrolle.

(sda/gku)