Die internationalen Geldgeber haben Irland grünes Licht für den Ausstieg aus dem Hilfsprogramm gegeben. Damit ist Irland das erste Land, das den Euro-Rettungsschirm wieder verlässt. Europäische Union und Internationaler Währungsfonds bescheinigten Irland, alle im Zusammenhang mit dem 85 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm vereinbarten Auflagen erfüllt zu haben.

Grosser Tag

«Dies ist ein bedeutsamer Tag, von dem viele dachten und einige fürchteten, dass er niemals erreicht wird», sagte Irlands Finanzminister Michael Noonan am Donnerstag. Unklar ist weiterhin, ob sich der Inselstaat nach dem Auslaufen des Rettungspakets Mitte Dezember um eine Sicherheits-Kreditlinie bemüht. Laut Noonan wurde noch keine Entscheidung getroffen. Dies werde aber vor dem 15. Dezember passieren.

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Zweiter Staat unter Rettungsschirm

Irland musste im November 2010 als zweiter Euro-Staat nach Griechenland Hilfen aus dem Rettungsschirm in Anspruch nehmen. Die stetig wachsenden Schulden der Banken waren nach dem Platzen der Immobilienblase nicht länger tragbar. Bei der Bewältigung der Krise galt das Land, das wegen seiner Wirtschaftskraft lange als «Keltischer Tiger» bezeichnet wurde, stets als Musterschüler. Die EU benötigt den irischen Erfolg dringend, soll er doch beweisen, dass die Forderungen nach Steuererhöhungen und Ausgabensenkungen Früchte tragen.

Weg zurück

Das nordische Land mit 4,6 Millionen Einwohnern schaffte es im zweiten Quartal aus der Rezession. Trotzdem sind die Herausforderungen noch enorm. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 13 Prozent und der private Konsum dümpelt seit Jahren auf sehr niedrigem Niveau. Die Häuserpreise liegen weiterhin bei etwa nur der Hälfte ihrer in der Hochphase 2007 erreichten Werte. Am Kapitalmarkt scheint Irland trotzdem das Vertrauen wiedergefunden zu haben. Im März hatte der Inselstaat den Markt erfolgreich mit einer zehnjährigen Anleihe angezapft.

(reuters/tke)