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Verhandlungen
Irland wird beim Brexit zur Knacknuss

Belfast: Brexit könnte Nordirland erneut destabilisieren.   Keystone

Brexit-Unterhändler Michel Barnier warnt vor einem Aufflammen der Spannungen in Nordirland wegen dem Austritt der Briten aus der EU. Die Grenzfrage birgt grossen Zündstoff.

Veröffentlicht am 11.05.2017

EU-Brexit-Unterhändler Michel Barnier hat vor neuen, festen Grenzen zwischen Irland und dem britischen Nordirland durch den Austritt Grossbritanniens aus der EU gewarnt. «Ich werde mit ihnen daran arbeiten, eine befestigte Grenze zu vermeiden», sagte er in einer Rede im irischen Parlament in Dublin am Donnerstag.

Irland ist das einzige EU-Land, das sich mit Grossbritannien eine Landgrenze teilt. Die Aussicht, dass es wegen des Brexits wieder Grenzposten geben könnte, hat Befürchtungen vor einem Wiederaufflammen der Spannungen in Nordirland geschürt.

«Mit gegenseitigem Respekt verhandeln»

Die jahrzehntelange Gewalt angesichts britischer Kontrolle über das Gebiet wurde erst 1998 mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen beendet. Barnier betonte am Donnerstag daher, die Grenzfrage sei eine seiner drei Prioritäten bei den Brexit-Verhandlungen neben den Rechten der in Grossbritannien lebenden EU-Bürger und der Austrittsrechnung an London.

Zudem schlug er versöhnliche Töne an, um gewisse Bedenken zu mildern: «Wenn wir die Dinge in der richtigen Reihenfolge angehen, wenn wir mit gegenseitigem Respekt verhandeln, ohne jegliche Aggressivität, und wenn wir offen dafür sind, Lösungen zu finden, dann gibt es keinen Grund, warum unser starkes Europa nicht eine starke Beziehung zum Vereinigten Königreich haben sollte.»

(sda/gku)
 

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