Mit einem irreführenden Preisvergleich warb die Erdöl-Vereinigung gegen Fernwärmeverbünde. Zu diesem Schluss kommt die Lauterkeitskommission und hat eine Beschwerde von Holzenergie Schweiz gutgeheissen.

Gestört hatte sich der Verband an einem Werbeflyer der Erdöl-Vereinigung, der Ende 2015 schweizweit an Kunden von Heizöllieferanten verteilt wurde. Darin wird der Preis für 1 Kilowattstunde (kWh) Fernwärme mit 16,74 Rappen angegeben, wogegen die gleiche Energie beim Heizöl 7,5 Rappen kostet.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Äpfel mit Birnen verglichen

Holzenergie Schweiz argumentierte, es sei nicht zulässig, einem Wärmepreis einen Brennstoffpreis gegenüberzustellen. Unstatthaft sei auch die Behauptung, wonach bei Fernwärmeanlagen ein wesentlicher Anteil von der Ölheizung übernommen werde, weil der Heizbetrieb nicht für die gesamte Wärmeversorgung ausreiche.

Die Erste Kammer der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) hat die Beschwerde von Holzenergie Schweiz nun gestützt, wie sie mitteilte. Äpfel mit Birnen zu vergleichen, sei abgesehen von Ernährungsfragen bekanntlich keine allzu gute Sache, schreibt die Kommission lapidar. Gemäss Bundesgericht dürfe bei Preisvergleichen «nur wirklich Vergleichbares miteinander verglichen werden».

Fehlender Beweis

Gutgeheissen hat die SLK die Beschwerde auch im zweiten Punkt. Wer eine Sachbehauptung mache, müsse diese beweisen. Der als Beleg angeführte PR-Artikel der Fernmeldebranche genüge dafür aber nicht, schreibt die Kommission weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Erdöl-Vereinigung von der SLK gerügt wird. Im März war Greenpeace mit einer Beschwerde erfolgreich. Damals ging es um klimatisch positive Werbeaussagen.

(sda/ise/chb)